Kirion
 [childish melody]

Dabei seit: 06.09.2007
Beiträge: 3135
Lieblings FE-Teil: Fire Emblem: Blazing Swords
RPG-Name: Tachibana Liam
Affinität: Anima

Level: 43
EXP: 69%
 |
|
5. Offizieller Contest - Geschichtencontest! [19.08.08-02.09.08] |
  |
5. Offizieller FE:SoS Contest: Geschichten!
Liebe User ^^
Hiermit präsentiere ich euch den neuesten Contest. Wie der Name schon sagt, geht es um einen Geschichten-Contest!
Er beginnt heute, am 19.08.08 und wird 2 Wochen lang, bis zum 02.09.08 um 18:00 Uhr laufen. Die Siegerehrung wird dann etwas später sein, wenn wir die Zeit finden, je nachdem wie viel es ist.
Und hier sind auch schon die Regeln:
- Das Thema lautet: Duell
Damit ist das Thema im Allgemeinen gemeint, also alles was mit Duellen zu tun hat. Allerdings muss es sich dabei auch um FE drehen, selbstverständlich.
- Pro User darf es eine Einsendung geben, die natürlicherweise selbst geschrieben sein muss!
- Es wird nach verschiedenen Kriterien bewertet, also achtet auf die verschiedenen Charaktere eurer Duellanten, den Schauplatz usw.
- Maximal 3 Seiten Word, Schriftgröße 12 mit Times New Roman geschrieben, minimal aber mind. 1 1/2 Seiten. Wenn es jetzt mal ein paar Sätze (Wohlgemerkt, ein paar, nicht ne halbe Seite oder so) drüber geht, ist nicht weiter schlimm.
- Ansonsten gelten die Generellen Verhaltensregeln im Forum, keine User beleidigen und keine +18-Inhalte verbreiten usw
Da nun schon mehrere Fragen deswegen kamen:
- Es muss natürlich in einer FE-Welt spielen.
- Es sollten auch FE-Charaktere vorkommen, es können natürlich auch andere vorkommen und man kann selbstverständlich auch FE-Crossover machen, sei es FE 1 mit FE 6 oder FE mit nem ganz anderen Spiel.
Wichtig!
- Einsendungen bitte per PN an Minstrow und mich! Nicht in diesen Tread!
Preisliste
1. Platz Eine der für die Klasse nutzbare S-Rankwaffe dieser Tabelle:
Schwert: Amiti
Lanzen: Gungeel
Axt: Garm
Bogen: Ichaival
Animamagie:
- Wind: Rexcalibour
- Feuer: Königsflamme
- Donner: Königsblitz
Dunkelheitsmagie: Gleipnir
Lichtmagie: Aurora
Söldner: Lyn
Laguz:
- Drachen/Manaketen:
Heiliger Drachenatem
- Raubtiere:
Heilige Krallen
- Raben/Reiher:
Heiliger Schnabel
- Laguz:
Segnung + Fire Emblem
2. Platz
5000 Gold + eine normal erhältliche Waffe bis Rank B
3. Platz
3000 Gold
Viel Spaß und Erfolg wünscht euch
das SoS-Team ^^
__________________
|
|
19.08.2008 20:49
|
|
Kirion
 [childish melody]

Dabei seit: 06.09.2007
Beiträge: 3135
Lieblings FE-Teil: Fire Emblem: Blazing Swords
RPG-Name: Tachibana Liam
Affinität: Anima

Level: 43
EXP: 69%

 |
|
So, da es anscheinend zu Schwierigkeiten kommt, wenn der Text zu groß ist, hab ich jetzt schon mehrere Einsendungen per Mail bekommen, allerdings:
Ich bitte diejenigen, die mir die Einsendung per Mail schicken, auch ihren Namen dabei zu schreiben. Ich hab jetzt eine Mail mit Beitrag zum Contest und ehrlich gesagt keine Ahnung, von wem die jetzt ist. Also eine Bitte: Wer es noch nicht getan hat, schickt mir bitte eine PN mit dem Titel der Story, damit ich es zuordnen kann.
Und (Was irgendwie der Großteil vergisst): Die Storys sollten eigentlich an Minstrow und mich geschickt werden, aber die wenigstens haben ihre Storys auch an Minstrow geschickt. Alles, was bisher einging, hab ich dann weitergeleitet, aber an diejenigen, die es noch nicht getan haben, bitte schickt uns beiden eure Story, damit wir nicht immer auf den anderen warten müssen mit dem Lesen und Bewerten.
__________________
|
|
31.08.2008 16:12
|
|
Kirion
 [childish melody]

Dabei seit: 06.09.2007
Beiträge: 3135
Lieblings FE-Teil: Fire Emblem: Blazing Swords
RPG-Name: Tachibana Liam
Affinität: Anima

Level: 43
EXP: 69%

 |
|
Hiermit enden der 5. Offizielle SoS-Contest!
Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht, die Geschichten zu schreiben, und hoffe, ihr seid nicht enttäuscht, wenn ihr nicht gewonnen habt. Es war für uns sehr schwer zu bewerten (Besonders zum Schluss hin xD) und hier haben wir die Ergebnisse!
Der Erste Platz geht an... nein, moment! Er geht an zwei Leute!
1. Platz: Cagain und Loki!
Herzlichen Glückwunsch euch beiden! Ihr erhaltet eine S-Waffe, die ihr euch aussuchen dürft! Natürlich muss sie zu eurem Charakter passen! Wenn ihr jemanden etwas schenken wollt, sagt mir einfach bescheid. Außerdem erhaltet ihr morgen noch ein kleines Extra ;)
Und damit kommen wir zum zweiten Platz. Auch diesen teilen sich zwei User!
2. Platz: Yuufa-san und Xiltas!
Herzlichen Glückwunsch auch euch!
Ihr erhaltet eine E-B-Rank Waffe eurer Wahl und 5000 Gold! Teilt mir mit, welche Waffe ihr wollt.
Und dann noch der dritte Platz. Dieser geht an einen außnahmsweise an einen User ;)
3. Platz: Naesala!
Herzlichen Glückwunsch! Du erhälst 3000 Gold bar auf die Krallen x3
Das war der 5. Contest hier auf SoS, aber nicht der Letzte. Glückwunsch noch mal an alle Gewinner und natürlich auch ein Gut gemacht an alle, die mitgemacht haben. Hier nochmal eine Liste aller Geschichten mit Punkten:
Cagain: 47
Loki: 47
Xiltas: 46
Yuufa-san: 46
Naesala: 45
Sion: 44
Silberfuchs: 42
Raphael: 36
Cheyenne: 36
Fire Dragon: 33
Jaffar Anjuhal: 31
Amano: 31
Mayru De Mon: 23
Euer SoS-Team^^
__________________
|
|
02.09.2008 22:21
|
|
Loki
Adieu Pupuru. <3

Dabei seit: 24.02.2007
Beiträge: 2015
Affinität: Eis

Level: 42
EXP: 13%
 |
|
okies... dann mal mein Beitrag.
jetzt in der Formatierung, die sein sollte...
have fun @ reading ^^
Der Wind ließ den Sand der Arena tanzen, das Publikum jubelte seinem Helden zu. Während dieser sich in der kurzen Zeit des Ruhmes sonnte, lag Joshua im Sand und hielt seine Wunde fest. "Dieses Mal hat mich das Glück völlig verlassen."
Dabei hatte dieses Duell doch so gut angefangen. Sein Schnitter war gerade mal vor zwei Tagen vom Schmied repariert worden, die Klinge geschärft und der Griff erneuert. Eine gut ausbalancierte Waffe. Und auch sein Gegner schien besiegbar, ein junger Krieger mit einer großen, schweren Axt. Eigentlich hätte er mit seinem Tempo locker gegen diesen Jungspund gewinnen müssen. Doch es sollte nicht so sein.
Ein anderer Kampfstil, aus einer fernen Region und aus einer anderen Kampfschule. Er hatte diesen Stil bisher nur einmal gesehen, doch noch nie gegen ihn gekämpft. Damals schon hatte ihn diese Kampfart schwer beeindruckt, da sie eben vor allem schnellen Gegnern übel zusetzen konnte. Viele Angriffe kommen unerwartet, wer da zu beherzt angreift erlebt eine böse Überraschung.
Es sollte eine schnelle Entscheidung für Joshua werden, eine seiner besten Kombinationen aus schnellen angetäuschten Angriffen sollte den Gegner zu einem Fehler verleiten, dieser würde dann alles besiegeln. Ein unerwarteter Hieb brachte ihn jedoch in eine schwere Situation, nur mit einem beherzten Sprung konnte er seinen Kopf wortwörtlich retten. Plötzlich sah die Rollenverteilung anders aus. Joshua, eigentlich der haushohe Favorit, sah sich plötzlich gegen die Wand gedrückt, sein junger Widersacher verzog keine Miene und setzte nun seinerseits zum Angriff an. Obwohl das Tempo zu Wünschen übrig ließ machten die Angriffe Joshua schwer zu schaffen. Vergeblich versuchte er, auf die Schnelle eine Konterstrategie zu entwickeln, schien die Angriffsalve des Gegners endlos zu sein.
Nichts viel ihm ein, er war zum Parieren und Ausweichen verdammt. Es sah schlecht für Joshua aus, sein Duellgegner ließ nicht locker und griff immer wieder an. Wie er gegen diesen Gegner gewinnen sollte wusste er nicht, aber aufgeben würde er dennoch nicht, dafür stand zu viel auf dem Spiel.
Er stieß mit dem Rücken an die Wand der Arena, ein strategischer Rückzug nach hinten war nicht mehr möglich. "Alles oder Nichts" lautete jetzt das Motto, hatte er sonst keine Alternativen mehr. Mit einem blinden Sturz nach vorne griff er seinen Gegner an, tatsächlich konnte er diesen für diesen einen Moment überraschen. Beide Männer fielen in den Sand, dem jungen Mann entglitt dabei die Axt aus seiner Hand. Joshua war schneller auf den Beinen als sein Kontrahent und konnte die Axt mit einem beherzten Tritt um einiges weg schleudern; der Gegner musste nun an seiner Klinge vorbei um sich die Waffe wieder zu beschaffen.
Es sah so aus, als hätte er nun die Oberhand, doch ähnlich schnell wie er sie gewonnen hatte verlor er sich auch wieder. Siegessicher griff er den jungen Mann mit einem waagrechten Hieb an. Bisher hatte er kaum solche Techniken gezeigt, umso überraschter war er, als sein Kontrahent geschickt diesem Angriff auswich und seinerseits Joshua umwarf.
Unsanft landete der Schwertkämpfer auf dem Boden, nur mit Mühe konnte er seine Waffe in der Hand halten. Doch anstatt sich um seine Axt zu kümmern griff sein Gegner in seine Brusttasche und holte einen Dolch heraus. Joshua sah nur noch das auf ihn zurasende Funkeln der Klinge, schaffte es aber mit Not und Mühe, sich halb wegzudrehen. Der Gegner erwischte lediglich einen Arm, doch ein tiefer Schnitt war der Preis für die Rettungsaktion. Immer wieder wurde das Messer gewetzt, immer wieder konnte den Angriffen ausgewichen werden, wobei es mehr ein Rollen und Purzeln auf dem Boden war. Doch zum Aufstehen kam Joshua unglücklicherweise nicht, mit einem unerwarteten, atemberaubenden Tempo setzte sein Widersacher ihm zu.
Und es kam wieder soweit, bei seinen Ausweichmanövern hat er die Umgebung um sich völlig vergessen und wieder stieß er gegen die Wand. Erneut war er in die Enge getrieben, doch dieses Mal würde er es nicht schaffen, den Gegner mit einem Ausfall zu überraschen. Doch was sollte er tun? Sein Widersacher stoppte für einen Moment seinen Angriff, beobachtete jedoch weiterhin jede einzelne Bewegung des Schwertkämpfers.
"Gibst du auf? Diese Gelegenheit gebe ich dir dich vor weiteren Schmerzen zu bewahren. Mir liegt es nicht daran, dich zu verletzen oder gar zu töten. Es geht mir nur um dieses Duell." Joshua lachte nur, stand auf und klopfte sich den Staub von seiner Weste. Eine Aufgabe kam für ihn nicht in Frage, auch sein Duellgegner bemerkte dies ziemlich schnell. Noch einmal umklammerte Joshua seine Waffe fest, noch einen Versuch wolle er wagen, seinen Widersacher zu bezwingen. Wieder stürmte er mit gezogener Waffe auf seinen Gegner zu, dieses Mal sollte eine andere Angriffstechnik den erhofften Erfolg bringen.
Doch das Glück war Joshua wieder einmal nicht hold, noch bevor er seinen Gegner in Reichweite hatte warf dieser den Dolch auf ihn zu. Für ein Ausweichen kam dieser Angriff zu spät, die Klinge rammte sich durch die dünne Weste und verwundete ihn am Bauch. Völlig überrascht sackte er zusammen, anscheinend war es dieses Mal vorbei. Sein Kontrahent kam vorsichtig auf ihn zu und zog ihn den Dolch aus dem Bauch heraus.
Vorsichtig lächelte Joshua, er rechnete damit dass jetzt alles vorbei sein. Umso größer war die Überraschung, als ihn sein Gegner mit völlig kaltem Blick anstarrte und den Dolch mehrmals in die Brust rammte. "Damit du mir jetzt nicht mehr aufstehst. Sonst werde ich dich garantiert töten." Mit diesen Worten zog der junge Krieger sein Messer nach dem letzten Stich aus Joshuas Brust und wandte sich dem jubelnden Publikum zu. Er war der gefeierte Held, der Sieger der Arena. Joshua hingegen blieb im Sand der Arena liegen, niemand aus dem Publikum würdigte ihn auch eines Blickes. Er hatte verloren, seine vermuteten Vorteile nicht ausgespielt und viele verloren ihr Gold, welches sie auf ihn gesetzt hatten.
Joshua spürte eine Kälte, wie er sie bisher nie zuvor erlebt hatte. Schon einige Male war er dem Tode nahe, doch dieses Mal hatte er es übertrieben. "Hat mich denn das Glück jetzt endgültig verlassen?"
Anscheinend hat der junge Krieger den Schwertkämpfer doch schwerer verwundet als selber angenommen, so kam es Joshua stark vor. Langsam fühlte er, wie er entschlief und alles um ihn herum verschwand. Es hüllte sich alles in ein Dunkel, in dem es außer ihm nichts mehr gab. Es war das letzte Mal, dass er sein Glück so dermaßen herausgefordert hat dieses Mal hatte er alles gesetzt und alles verloren, auch sein Leben.
Auf einmal vernahm er eine Wärme und von weitem schien ein Licht. Dieses Licht wurde immer stärker und stärker, fast schon blendete es ihn. Diese Lichtquelle, er vernahm eine Stimme von ihr, die seinen Namen rief. Er wollte antworten, doch vermochte er keinen Ton von sich zu geben. Er wollte sich aufrichten, doch vermochte er sich nicht zu bewegen. Das Licht kam immer näher, die Wärme nahm zu und auch die Stimme wurde lauter. Erst jetzt vernahm Joshua, dass es ein Schluchzen war. Er wollte jetzt nicht gehen, er erinnerte sich an etwas, was ihm wichtig war. Etwas, was er im Duell vergessen hatte. Etwas, was ihm kein Duell geben konnte.
Sein Bewusstsein kehrte zurück, langsam öffnete er die Augen. Das helle Licht schmerzte ihn, doch war er gerne bereit diesen Preis zu zahlen. Vor ihm kniete Natasha, mit einem Heilstab in der Hand und Tränen, welche die Wange herunter liefen. Dieser blonde Engel hatte ihn irgendwie aufgespürt. Jede Bewegung schmerzte ihn, doch war es ihm wichtig sie jetzt zu fühlen. Mit langsamer Hand wischte er ihre Tränen von der Wange. "Es tut mir leid."
__________________
Saaaaaluuuut?! Ca va encore?!
> Leute.... geht in euch. Und bleibt dort!
> Müll kann man nicht trennen - "Müll" hat nur eine Silbe.
> Die Lücke, die du hinterlässt, ersetzt dich vollkommen!
Und zum Schluss grüße ich meinen Penis <3
Dieser Beitrag wurde schon 2 mal editiert, zum letzten mal von Loki am 03.09.2008 00:17.
|
|
02.09.2008 22:45
|
|
Cagain
Gast

Affinität: Eis
 |
|
| Ich mache mal den Anfang... |
  |
Der Schwertdämon war als erster da. Wind strich durch sein wettergegerbtes, braungraues Haar und jede Falte seines markanten Gesichtes verriet, dass Karel schon einige Kämpfe in seinem Leben überstanden hatte. Er blickte mit zusammen gekniffenen Augen durch das Tal, dass von Bergen umgeben war. Wenn die Sonne hinter dem massiven Gebirge verschwunden war, so wusste er, würde der Kampf beginnen. Nahe stand sie an den Gipfeln und das Licht tauchte das kleine Tal in rötliche Farbe. Diese Nuance machte den Kampf mit Sicherheit noch epischer, als er ohnehin schon war. Nur vereinzelt standen Bäume in der Landschaft. Geziert war dieser Schmelztiegel aus Sonnenlicht nur von weiter Ebene und hohem Gras.
Das Schwert des Dämons baumelte in der Scheide an der Hüfte zu seiner Rechten. Der Griff lugte heraus und war nur sichtbar, weil der seichte Wind den blauen, zerschlissenen Mantel nach hinten wehte. “Hm, ich bin wohl der Erste. Aber gute Gegner lassen nicht auf sich warten”, sagte der Mann mit rauer Stimme. Verträumt, aber vorsichtig schaute er sich um. Plötzlich entdeckte er eine Gestalt. An einen Baum gelehnt bat sie einen harten Kontrast zum Grün und Braun des selbigen, verschmolz aber gleichermaßen mit dem rötlichen Licht und der nahenden Dunkelheit, dank ihrer roten Harre und der schwarzen Klamotten. Sie war damit beschäftigt, eine Münze in die Luft zu schnippen und wieder aufzufangen. Trotz, dass dieses Unterfangen eine gewisse Menge an Geschicklichkeit abverlangte, war der jung aussehende und hoch gewachsene Kerl nicht minder konzentriert und sah den Dämon wahrscheinlich schon lange, bevor er ihn sah.
“Ihr seid also einer meiner Gegner?”, fragte Joshua, der seine Münze mittlerweile aufgefangen und weg gesteckt hatte. Er stellte den zweiten Fuß ins trockene Gras und lehnte sich nicht mehr gegen den Stamm des hohen Baumes. “Ihr habt viel Erfahrung, wie man euch ansieht, aber mit etwas Glück, werde ich gewinnen.” Er klopfte sich Dreck von der Kleidung und legte seine langen Finger auf den Knauf seines Schwertes. “Ihr seid ein Jungspund, Kindchen. Mit meiner Erfahrung könnt ihr es nicht aufnehmen. Da nützt euch weder Glück, noch euer vorzügliches Schwert etwas”, entgegnete Karel. Die Sonne sank tiefer hinter die Gebirgskette und nur noch vereinzelte Strahlen erhellten das Tal. Die Kontrahenten standen sich gegenüber. In vollkommener Gelassenheit blickten sie sich an. Ein paar wenige Glühwürmchen schwirrten bereits durch das Gras. Ein Zeichen dafür, dass die Sonne schon fast untergegangen war und der Kampf bald beginnen würde.
Aus heiterem Himmel schoss ein türkiser Wind zwischen Karel und Joshua hindurch. Der blaue Mantel Karels wehte in die Richtung, in der der blau-grüne Bogen in die Luft schoss und sich in Nichts auflöste. Joshua musste seine ohnehin schief sitzende Mütze festhalten, dass sie nicht gänzlich von seinem Kopf geblasen wurde. Beide blickten in die Richtung, aus der die vermeindliche Attacke kam. “Ihr habt mich scheinbar vergessen”, sprach eine ruhige und gelassene Stimme. Eine blaugrau haarige Gestalt tauchte hinter einem weiteren Baum auf. “Den Kampf müsst ihr nicht nur unter euch ausmachen.” Die beiden Männer schauten ihn an. “Mein Name ist Zihark, merkt ihn euch gut.” Gleichgültigkeit sprach sein Blick. Seine weißen Stiefel waren makellos sauber und der lila Mantel stand zu den Füßen leicht ab. Mit erhobener Waffe, welche einen breiten und übermäßig verzierten Griff hatte, kam er auf seine Gegner zu. Die Klinge war blau und im seichten Dunkel sah es so aus, als würde sie leuchten.
Nahezu gleichzeitig zogen Joshua und der Dämon ihre Schwerter. Karels Waffe war, im Gegensatz zu Ziharks, sehr einfach gehalten. Eine gerade, lange Klinge, aus dunklem Stahl
und ein mattgrüner Griff machten sie aus. Joshuas Schwert hingegen war leicht gebogen und erinnerte mehr an einen Säbel. Es war leicht, relativ lang und hatte einen helleren
Grauton. “Sieht wohl so aus, als ginge es bald los”, bemerkte der rothaarige Mann. Karel erwiderte nichts darauf. Der Countdown lief und die letzten Sonnenstrahlen versiegten hinter den mächtigen Bergen. Der Himmel war klar und nur noch ein roter-orangener Schimmer erinnerte einst an die Sonne, die am Firmament stand.
Hochkonzentriert warteten alle darauf, dass einer der Anderen den ersten Schritt machen würde. >> Was geht in meinen Gegnern vor? <<, fragte sich Joshua. Jetzt, da sich die größten Schwertkämpfer aller Zeiten trafen, war es ihm schon etwas mulmig zu mute. Anders, als gegen imperiale Soldaten zu kämpfen. Er gegen solch erfahrene Männer. Seine Hände wurden nass vom Schweiß, der in seinen Handinnenflächen entstand. Er schluckte schwer und festigte den Griff um seinen Säbel. Er konnte nicht einschätzen, ob er seinen Kontrahenten ebenbürtig war, aber mit Glück, so dachte er, würde er es schon überleben.
Karel hingegen dachte nichts. Es war eine große Leere in seinem Kopf. Einfache, banale Konzentration zwangen ihn, seine Blicke zwischen seinen Gegnern hin und her schwenken zu lassen. Ihm durfte kein Detail entgehen. Er bezwang schon unzählige Konkurrenten. Er hatte mit seinem Leben abgeschlossen. Wenn er sterben sollte, hier und heute, dann durch die Hände einer dieser Männer. Seine Erfahrung sagte ihm, dass seine Opponenten mit dem Potential ausgestattet waren, ihn in das Reich des Todes zu bringen und es war nur einem ebenbürtigen Gegners Recht, den Schwertdämonen endgültig zu vernichten.
>> Was können sie? Wie stellen sie es an? Was für Techniken benutzen sie? Und habe ich überhaupt eine Chance? <<, tausend Fragen schwirrten in Ziharks Gedanken hin und her. Tausend Fragen, die in den nächsten Momenten beantwortet oder für immer in Nichts zerstückelt werden sollten. Zwei Gegner und nur noch wenig Zeit, sich eine geeignete Strategie zurecht zulegen. Beide waren hochkonzentriert, obwohl der Rothaarige leicht nervös aussah. >> Wer ist wohl der Stärkere? <<. Es brachte alles nichts, Zihark musste es im Kampf herausfinden und ihre Schwächen gegen seine Kontrahenten verwenden.
Ein letzter, fast erbärmlicher Strahl lugte über die Berge - binnen Sekunden wurde auch er verschluckt von den gierigen Gipfeln. Prompt rannten Joshua und Karel auf einander zu und schlugen die Klingen aneinander. Ein Geräusch von Metall auf Metall hallte durch die nahende Nacht, bis es am Gestein ringsum zerbarst. Zeitgleich machte Zihark einen Satz nach hinten und lies einen weiteren, messerscharfen Windschnitt auf seine Gegner zufliegen. Im letzten Moment ließen die zuvor aneinander geratenen Schwertmeister von einander ab und entwichen dem Windschnitt. Die Luft zwischen Joshua und Karel verkrümmte sich und ein Heulen war zu hören. Ein paar wenige rote Haare flogen davon, welche im reflektierenden Sternenlicht der langsam auftauchenden Himmelskörper leicht schimmerten. “So haben wir nicht gewettet!”, Joshua schien überrascht und leicht erbost über die, in seinen Augen, feige Taktik Ziharks. Den kurzen Augeblick der konzentratösen Abstinenz wusste der Schwertdämon wiederum weise zu nutzen und versuchte mit einem weiteren, horizontalen Schwerthieb dem jungen Schwertkrieger eins auszuwischen und ihm schweren Schaden zuzufügen.
Stiefel stapften und traten durch das hohe Gras und die Nachtluft war erfüllt von Schlägen auf Metall und Gestöhne. Alle Drei waren sich ebenbürtig. Es galt also die Gunst des Moments zu nutzen, wenn der Erste einen Fehler machen würde. Schlag auf Schlag, Luftzug um Luftzug. Wenn jetzt nur die kleinste Marotte in den nahezu perfekten Techniken und Timings der Krieger ihren Einstand feiern würde, könnten sie um ihr Leben bangen. Das galt für alle. Kleine Insekten surrten durch das Gras und beobachteten die schwitzenden Männer in der Inbrunst ihres Kampfes. “Ihr... seid... gut...”, entfuhr es Joshua während einigen Schwertschlägen. “Rede weniger und konzentriere dich”, Karel gab ihm die passende Antwort. “Ihr hattet beide einen guten Meister”, Zihark, der, genau wie alle anderen, keine Probleme hatte, auf zwei Fronten parallel zu achten, musterte die Techniken von Joshua und Karel. “Ich... bin mein eigener Meister...”, erwiderte der Schwertdämon herablassend. Ein Schwerthieb hier, ein Anderer da. Der Kampf verlangte allen Kämpfern viel einiges ab. Ein Zweifrontenkampf war nie einfach. Wer würde wohl als erstes die Kraft verlieren?
Urplötzlich machte Joshua aus dem Ausweichmanöver heraus einen Ausfallschritt nach hinten, duckte sich und es kam, wie es kommen musste: Er stach Karel, der Ziharks Schläge abwehren musste, in der Sekunde der Unachtsamkeit sein Schwert mit der Spitze voraus in den Bauch und zog es blitzschnell wieder zurück. Joshua ging zwei Schritte zurück, um nicht von den Schwerthieben der beiden anderen getroffen zu werden. Schmerz durchfuhr des Dämons Leib und so konnte er den herannahenden Schlag Ziharks nicht mehr parieren: Der horizontale Hieb traf nochmals Karels Bauch und zur Stoßwunde gesellte sich eine tiefe Schnittwunde. Blut durchtränkte die blaue Tunika und es troff etwas des Lebenssaftes in das grüne, trockene Gras. Karel ging auf die Knie, die Augen aufgerissen. Zihark und Joshua hielten, wie es sich für faire Kämpfer ziemte, inne. Beide waren erstaunt und geschockt zugleich, fingen sich aber schnell wieder. Karel hielt sich die Hände gepresst vor den Bauch, um die Blutungen zu stoppen, aber er wusste, dass er den Schmerzen erliegen würde, denn die inneren Verletzungen waren einfach zu heftig und hatten zu viele Organe in Mitleidenschaft gezogen. “Ihr... habt... also den... Schwertdämon... erlegt...”, Karel keuchte und atmete schwer. “Ich... bin... alt...”, begann er den Satz. “Und wirst eines ehrenhaften Todes sterben, oh Dämon der Schwerter...”, beendete Joshua den Satz. Karel kippte nach vorne und fiel der Länge nach ins Gras. Nur noch ein leises Rasseln aus seiner Kehle war zu hören. Der Schwertdämon würde endlich befreit werden...
“Sieht so aus, als müssten wir den Rest des Kampfes unter uns ausmachen, eh?”, meinte Joshua. “Sieht wohl ganz so aus”, so Zihark. Die Beiden schöpften neue Kraft. Der rothaarige Schwertmeister tat diesmal den ersten Schritt und rannte auf seinen Rivalen zu. Zihark schwang seine Klinge und schickte seinem Widersacher erneut einen türkisen Schneidewind entgegen. Joshua wich zur Seite aus und Zihark nutzte die Chance, um auf ihn zu zurennen und den ersten Hieb zu tun. Joshua parierte. “Du wirst es nicht einfach haben!”,
Zihark sprach durch geschlossene Zähne und drückte seine Klinge weiter in Joshuas Richtung. “Lassen wir das Glück entscheiden.”, gab der Prinz der Dünen zurück.
Entfernt hörte Karel das Geräusch von Metall, dass auf Metall schlug. Immer leiser wurde der Klang, den er so oft in seinem Leben hören musste. Er dreht sich unter Schmerzen auf den Rücken, um noch ein letzes Mal den Sternenhimmel zu betrachten. Karel ist nie aufgefallen, wie schön eine klare Nacht sein kann und er hätte es öfters genießen sollen. Der Dämon schloss die Augen. Die Schmerzen spürte er fast nicht mehr und auch das Kampfgetümmel wurde immer leiser, bis es gänzlich aus seinen Ohren, seinen Gedanken, seinem Kopf verschwunden war. “Fir...”
|
|
02.09.2008 22:46
|
|
Xiltas
Auserwählter legendärer Held

Dabei seit: 13.05.2008
Beiträge: 695
Lieblings FE-Teil: 4, 6, 7, 8, 9, 10, 11...XD
Affinität: Feuer

Level: 34
EXP: 25%
 |
|
Die Bekehrung des Schwertdämons
Einst wanderte ein Mann auf Elibes Erde umher, gefürchtet von Freund und Feind gleichermaßen. Seine Klinge war so rot wie das Blut seiner zahllosen Opfer, und sein Blick so kalt und wahnsinnig wie der eines Dämons. Viele nannten ihn daher nur ehrfürchtig den „Schwertdämon“ Karel. Egal, wer sich ihm entgegenstellte, er fiel dem unstillbaren Hunger von Karels Schwert zum Opfer und fügte sich in die Reihe der Vergessenen ein. Karel fürchtete sich vor nichts und kümmerte sich um nichts, nur die grenzenlose Gier seines Schwertes trieb ihn voran und ließ selbst die Götter schaudern.
Geschichten seiner mächtigen Schwertkunst verließen den Kontinent und wurden alsbald auf der ganzen Welt bekannt. Letztendlich drangen sie auch zu dem Kontinent Gaina durch, auf dem erst kürzlich ein schrecklicher Krieg sein Ende fand. Kevin, ein Schwertmeister der durch die Länder zog, auf der Suche nach Wegen seine Schwertkunst zur endgültigen Meisterschaft zu bringen, hörte die Legende des Schwertdämons und machte sich auf den Weg, diesen sagenumwobenen Schwertkämpfer zu schlagen, und die höchste Stufe des Schwertkampfes zu erreichen, den Schwertheiligen.
Lange dauerte jene strapazenreiche Reise auf See, gezeichnet durch Stürme, Krieger und Monster, doch irgendwann zeichnete sich der Kontinent Elibe am Horizont ab. Geführt vom Schicksal und den Geschichten über Karel, reiste Kevin durch ganz Elibe, auf der Suche nach dem Einen, den er schlagen wollte. Egal wo er auch hinkam, nie schien sein Ziel lange verschwunden zu sein, doch spürte er merklich dass er ihm immer näher kam, bis zu jenem schicksalhaften Tag... Der Tag, an dem die Legende um den Schwertdämon ein Ende fand...
Auge in Auge standen sich die beiden Schwertkämpfer gegenüber. Die Luft um sie schien so greifbar, dass eine Klinge sie hätte schneiden können.
„Du...bist du der, den sie Schwertdämon nennen? Bist du Karel?“ Kevins Hand ruhte auf dem Schwertgriff, bereit blitzschnell zu ziehen und den lange herbeigesehnten Kampf einzuleiten.
Doch sein Gegenüber blickte ihn nur starr an, sein Blick geziert von einer unmenschlichen Kälte. „Ja, das bin ich. Die Frage ist...wer bist du...?“ Der rotgekleidete Schwertmeister schluckte kurz, doch seine folgenden Worte waren stark und selbstsicher: „Mein Name ist Kevin, ich bin ein Schwertmeister aus Gaina, einem Kontinent, der weit im Westen liegt. Ich habe das Meer auf der Suche nach dir überquert und nun... nun ist er gekommen, der Tag, der unser beider Schicksal besiegeln wird.“
„Unser beider Schicksal? Ich sehe nichts weiter als einen kleinen Jungen, der glaubt mit dem Schwert umgehen zu können. Geh. Geh und verschwinde, oder meine Klinge wird sich in deiner Brust wiederfinden.“ Die Augen des braunhaarigen Jugendlichen zogen sich in seiner Wut zusammen, unterschätzt zu werden, sein Geist aber blieb besonnen. „Ich dachte der Schwertdämon würde keinen Gegner leben lassen, der dumm genug ist ihn herauszufordern?“ Langsam zog er seine Klinge aus der Schwertscheide, und er schien von einer unheimlichen Aura umgeben zu sein; Die Luft um ihn herum schien so elektrifiziert zu sein, dass es einem vorkam, als könnten jeden Moment Funken zu sprühen beginnen.
Karels Haare schienen noch mehr in sein Gesicht zu fallen, was ihn noch dämonischer wirken ließ, sein Gesicht verformte sich zu einer wahnsinnigen Fratze. „Na sieh mal einer an, an dir ist doch mehr dran als man auf den ersten Blick glaubt...“ Auch der Schwertdämon zog nun sein Schwert, unzählige Male vom Blut seiner Feinde benetzt, schien es beinahe blutrot zu leuchten. „Wo Dao... das Schwert, das seit Generationen in meiner Familie weitergegeben wurde, einzig und allein zu dem Zweck zu töten... denkst du ehrlich, du hättest eine Chance zu überleben?“
„Wäre ich sonst hier? Ich glaube kaum, dass ich so leicht sterbe wie du es dir vorstellst, denn dies...“ Kevin richtete die Schwertspitze auf sein Gegenüber. „...ist Rajam, das legendäre Schwert von Théalen, seine Macht ist größer als du es dir vorstellen kannst. Jetzt stellt sich die Frage: Ist dein Wo Dao so stark wie eine Klinge, deren Macht selbst von einem der größten Dämonen gefürchtet wird?“
Unberührt von den Worten des Schwertkämpfers, sah der Schwertdämon ihm starr in die Augen. „Lass es uns herausfinden... Auf dass dein Blut zu Ehren meines Sieges den Boden tränkt...“
Unbewegt, berechnend sahen sie einander an, warteten darauf dass der andere einen Fehler seiner Deckung preisgab, doch schien dies nicht der Fall zu sein. Langsam, beinahe unmerklich, umkreisten sie einander und kamen immer näher, während der Himmel langsam von schwarzen Wolken durchzogen wurde.
„Bisher konnte ich keinerlei Unachtsamkeit oder dergleichen bei ihm entdecken... Er ist gut... Sehr gut sogar...“, dachte der Schwertmeister aus Théalen sich. „... doch das heißt nicht, dass er besser ist als ich...Wollen wir doch mal sehen was er hierzu sagt...“ Blitzschnell, wie eine Schlange, stürmte Kevin, die Klinge von Théalen, geradewegs auf seinen Gegner zu, der in seiner Abwehrhaltung unberührt zusah, wie sein Gegenspieler immer näher kam. Doch kurz, bevor er in Reichweite von Karels Schwert gelangte, sprang der Schwertmeister zur Seite, rollte sich innerhalb eines Augenblicks hinter seinen überraschten Gegner und richtete sich blitzschnell mit seinem Schwert emporgehoben gen Himmel, verfehlte sein Ziel nur knapp; das Einzige, was seine Klinge schnitt, waren die Haare des Schwertdämons gewesen, die jetzt nur noch ihre halbe Länge vorwiesen. Bevor er allerdings Ziel eines neuerlichen Angriffs werden konnte, sprang Karel in eine sichere Entfernung und blickte seinen Feind mit der Kälte eines Dämons an.
Der Schwertdämon begann schier wahnsinnig zu lachen. „Verstehe, das hätte ich nicht erwartet, dass du so gut bist... es wird mir eine Freude sein, dein Blut zu vergießen!“ Seine eine Gesichtshälfte war noch immer von Haaren verdeckt, was seinen wahnsinnigen Blick noch finsterer erschienen ließ, doch dies jagte dem rotgekleideten Schwertmeister keine Angst ein. Wie wild geworden stürmte Karel auf seinen Herausforderer zu und war gerade dabei, jenem das Schwert in die Schulter zu rammen. Mit einem Kampfschrei wich Kevin geschickt aus und hinterließ mit seinem nachfolgenden Schwertstreich eine breite Wunde auf des Schwertdämons Brust.
In seinem Blutrausch gefangen, merkte er dies zunächst nicht und seine wilden, doch gut platzierten Hiebe brachten seinen Gegner zusehends in Bedrängnis, während er höhnisch sagte: „Na komm schon, war das etwa alles was du zustande bringst? Zeig endlich deine wahre Kraft, wegen der du dich überhaupt her getraut hast! Hahahahaha!“
Von der Kraft des letzten Angriffs zu Boden geworfen, meinte Kevin mit einem entschlossenen Blick: „Töten? Ist das alles was für dich zählt?“
Ein unmenschliches Lachen ertönte, während der Himmel endgültig von Wolken bedeckt wurde. „Töten, Blut vergießen, meinen Feind niedermetzeln: Das ist es was mich antreibt, was mir Macht gibt! Für mich gibt es nichts Schöneres! Und jetzt schenke mir ein Fest des Blutes!“ Kaum hatte er seinen Satz beendet, sauste Wo Dao hinab und durchstieß den Brustkorb des Schwertkämpfers. Keuchend zog er seine Klinge aus dem reglosen Körper und leckte kurz an dem Blut, das noch an der Schneide klebte. Ohne eine Miene zu verziehen sah er unberührt zu der Leiche hinunter, und meinte kalt: „Letztendlich... hast du dich überschätzt, Kleiner...Hm? Was ist das?“ Rajam begann in der Hand des am Boden liegenden Jugendlichen immer stärker zu glühen, bis es von einem gleißenden Licht umgeben war, das auch seinen Träger langsam bedeckte. Der Wind begann stärker zu wehen und einzelne Regentropfen fielen vom Himmel herab, während Karel das Schauspiel, hervorgerufen durch die Macht des legendären Schwertes, mit sichtlicher Überraschung betrachtete. Als das Licht sich wieder verzog, hatte Kevin sich merklich verändert: Seine Haare am Hinterkopf waren nun etwas länger, und seine Kleidung war einem kürzeren, rotem Mantel mit blauer Hose und schwarzen Stiefeln gewichen. Langsam erhob er sich von der Erde und sah Karel ernst in die Augen.
„Noch ist es nicht vorbei, „Schwertdämon“.“
„Ich habe dich eben getötet...Du hättest tot bleiben sollen, denn nun werde ich meinen Fehler korrigieren!!!“ Mit seiner blutgetränkten Klinge voran, stürmte der Schwertdämon auf den wieder auferstanden Schwertmeister zu, doch dieser blieb nur still stehen und sah die Gefahr auf sich zukommen. Schemenhaft tauchten Kopien seiner selbst hinter Kevin auf, und der Wind blies immer stärker, doch mit einem Mal war der Schwertheilige mitsamt seiner geisterhaften Doppelgänger verschwunden. Verwirrt blieb Karel stehen und sah sich nach seinem Kontrahenten um. Ein Blitz zuckte durch den Himmel, als er bemerkte, dass er von einer Armee von durchsichtigen Kevins umringt war. Gemeinsam stürzten sie sich auf ihn, doch gingen sie alle wie Geister durch in durch. „Was...-“ Noch im selben Augenblick stürmte das Original auf ihn zu, sein Schwert in gleißendes Licht getaucht und er erinnerte an einem Kometen mit seinem Schweif. In einem Moment war es vorbei: Blutend lag Karel am Boden, starr in den Himmel blickend. Ein heftiger Regenschauer setzte ein und die Blutlache wurde hinfort gespült, als er verschwommen seinen Gegner über sich erkannte. Einzelne, nasse Haarsträhnen klebten in dessen Gesicht. „Ich...habe...verloren...los, bring es zu Ende...töte mich, so wie ich dich...“ Der Bewusstlosigkeit nahe, spürte der legendäre Schwertmeister, wie er Huckepack genommen und ins Trockene gebracht wurde. Er merkte kaum noch wie seine Verletzungen behandelt wurden, doch die Worte, die zu ihm gesprochen wurden, brannten sich in seine Seele: „Ich hoffe du kannst mich noch verstehen: Zu töten war nie mein Ziel. Ich wollte dich besiegen und so der Meisterschaft ein Stück näher kommen... dank dir habe ich mein Ziel bald erreicht: ich bin nun ein Schwertheiliger. Wenn du deinen Weg weitergehst, wirst du irgendwann an jemanden gelangen, der den Schwertdämon auf jeden Fall töten will, bei deinen momentanen Fertigkeiten wirst du garantiert sterben. Deshalb fordere ich dich auf- nein, ich bitte dich... verlasse deinen jetzigen Weg, den Weg des Mordens, setze deine Fähigkeiten ein um anderen zu helfen... werde ein Schwertheiliger, so wie ich, dann werden wir erneut ein Duell austragen... bis dahin, so hoffe ich, werde ich mein Ziel erreicht haben... Also vergiss nicht, schwöre dem Töten ab und werde ein Schwertheiliger, der seine Klinge nur für das Gute erhebt, dann sehen wir uns wieder...“ Benebelt konnte Karel noch sehen, wie sein zukünftiger Rivale die Höhle verließ, in die er gebracht wurde, bevor der Schlaf ihn umfing.
Als er am nächsten Morgen die Höhle verließ, brachen die ersten Sonnenstrahlen durch die dunklen Wolken und eine angenehme Brise durchzog die Landschaft. Die Worte Kevins schwirrten in seinem Kopf umher, als er sein Schwert ergriff. Die Haare, die sein halbes Gesicht bedeckten, wurden einfach abgeschnitten und zu Boden geworfen. Einzelne Haarsträhnen fielen ihm noch ins Gesicht. Zu Boden sehend torkelte er aus seiner schützenden Behausung. Als er in das immer stärker durchdringende Licht sah, erwachte er endgültig aus der Finsternis, die ihn so lange gefangen gehalten hatte. „Ja...ich werde ein Schwertheiliger werden, so wie du gesagt hast, ich werde den Menschen helfen und noch viel besser werden...dann werden wir noch mal sehen, wer der Stärkere ist...“
An jenem Tag fand die Legende um den Schwertdämon ein Ende...
Und die Legende des Schwertheiligen...begann...
__________________
Zihark, Schwertmeister par excellence, gibt sich die Ehre.
Danke an Duran für das Set^^
Sieger des dritten wöchentlichen Sprite-Contests^^
Ich nehme keine Kämpfe um Gold an <.<
Ich brauche dringed Leute, die mir bei meinem Patch helfen, gefragt sind besonders Leute die mit unlZGBA und Nightmare umgehen können, sowie Spriter (Augen-, Mundbewegungen, evtl. Endgegner und auch Maps). Wenn Interesse besteht bitte per PN melden^^"
|
|
02.09.2008 22:48
|
|
Yuufa
Little Wing

Dabei seit: 08.11.2007
Beiträge: 1679
Lieblings FE-Teil: Path of Radiance, Radiant Dawn
Alte Namen: Yuufa-san (Jul.2010)
Affinität: Anima

Level: 39
EXP: 91%
 |
|
Noch einmal herzlichen Glückwunsch an die Gewinner (nur ein Punkt... XDDDD). Jedenfalls hier meine Geschichte (ehe ich morgen die Rückfahrt antrete).
Sonnenschein
Klirrend trafen die Schwerter aufeinander. Die beiden Kontrahenten stierten sich zähneknirschend an und stemmten ihre ganze Kraft gegeneinander. Die kleinere Person wurde jedoch langsam aber sicher zurückgedrängt. Mithilfe einer Umdrehung und einem Satz nach hinten rettete sich die weibliche Gestalt aus der misslichen Lage. Ihr violettes, langes Haar wehte im Wind, obwohl es vom Regen nur so vor Wasser triefte. Die grünen Augen fixierten den Gegner und ließen sich keine einzige Bewegung entgehen. Ihre Kleidung war sehr orange orientiert, doch ließ es sich die Schwertheilige nicht nehmen, schwarze, lange Handschuhe, sowie Strümpfe anzuziehen. Braune Stiefeln zierten ihre Füße und waren für den Kampf gut geeignet. Das Einzige, was hervorstach, war das weiße Stirnband, das auf ihrer Haarpracht thronte. Fest in den Händen hielt sie ihr Schwert, das eine dünne Klinge besaß und einen roten Griff hatte. Ihr Gegenüber beobachtete sie genaustens. Blonde, spitze Haare, die selbst bei dem Platzregen hielten, besaß der junge Mann. Seine blauen Augen waren leicht verengt und hatten etwas merkwürdiges an sich. Einen starken Kontrast zu seiner blassen Haut bildeten die Klamotten - diese waren nämlich größtenteils schwarz, außer dem dunkelblauem Oberteil. Anders als bei der rechten Seite, thronte eine schwarze Schulterplatte mächtig auf seiner linken Schulter, welche mit zwei Schnallen befestigt wurde. Auf dieser war ein silberner Wolfskopf angebracht. Ein weitläufiger, schwarzer Ärmel war unter der Schulterplatte zu sehen, der seinen ganzen Arm bedeckte. Die Hände wurden ebenfalls von schwarzen Handschuhen verdeckt und auch die Hosen waren schwarz, ebenso das schwarze, lange Tuch, das seitlich von der Hose befestigt wurde. Die Schuhe taten den Rest. Ansonsten wäre das riesige Schwert des Blondschopfes noch erwähnenswert. Anders als das von der Violetthaarigen war dieses gigantisch. Egal ob man es von der Länge oder von der Breite betrachtete, es war einfach nur riesig und wirkte furchteinflößend.
Die Duellierenden befanden sich auf einem Hügel, der vom Regen regelrecht gepeitscht wurde. Das Gras knickte unter der Wucht der Tropfen zusammen und ganz weit entfernt vom Kampfgeschehen sah man Blitze, die laut einkrachten. Außerden sah man von Weitem eine große Stadt. Es war Melior, die Hauptstadt von Crimea, die auch nicht vom Regen verschont blieb.
Während der Regen weiter erbarmungslos auf die Erde fiel, fixierten sich die zwei Schwertkämpfer. Als ob sie auf den Blitzeinschlag gewartet hätten, rannten sie auf den jeweiligen Gegner los und wieder prallten die Klingen aufeinander. Es gab einen mehrfachen Schlagabtausch - unterstrichen von Ausweichmanövern und Blocks - bis beide wieder einen Satz nach hinten machten.
"Na warte!", rief die Violetthaarige und stürzte sich auf den Blondschopf, der dem schnellen Schwertstreich auswich. Er holte aus und schlug zu, doch seine Gegnerin wich dem Hieb geschickt aus, indem sie einen Rückwärtssalto hinlegte. Gleich darauf musste die junge Frau parieren, um nicht von der riesigen Klinge getroffen zu werden. Sie stieß die mächtige Klinge mit aller Kraft von sich, nur um dann in geduckter Stellung dem Blondling einen Hieb in die Seite zu verpassen. Noch in letzter Sekunde brachte der Kerl sein Schwert dazwischen. Zähneknirschend stieß er die Frau weg, nur um dann einen Angriff zu starten. Zwar sprang die Violetthaarige zur Seite, doch eine kleine Streifwunde am Arm musste sie dennoch einkassieren. Noch einen Satz nach hinten gemacht und sie inspizierte kurz die Wunde.
"Das wird einmalig bleiben, Cloud!", rief sie ihrem Gegner zu und nahm wieder die Kampfposition ein.
"Das werden wir sehen... Mia", kam es ruhig von dem jungen Mann, der sich ebenfalls bereit hielt.
"HAAAAAH!!", schrie Mia und ging zum Angriff über. Sie versuchte es wieder mit einem seitlichem Hieb, doch diesmal war Cloud besser vorbereitet und parierte diesen Angriff ohne große Schwierigkeiten. Statt mit dem Schwert anzugreifen, trat er mit seinem Bein Mia an die Seite. Dieser Tritt riss die Schwertheilige glatt zu Boden. Doch Zeit zum Ausruhen hatte sie nicht, da ihr Gegner sie mit dem Schwert durchbohren wollte. Rechtzeitig rollte sie sich noch zur Seite, ehe sie hektisch aufstand und gleich wieder einen Schlag parierte, der sie aus dem Gleichgewicht brachte. Jedoch nahm sich die Frau zusammen und fand wieder Halt am Boden, um sich dann gegen Cloud zu behaupten. Beide stießen den Anderen von sich weg, nur um dann wieder aufeinander loszugehen. Ein schneller, kaum zu sehender Schlagabtausch fand dann statt. Sie schenkten sich nichts und kämpften erbarmungslos weiter, bis sie wieder ein paar Meter voneinander trennten.
"Bisjetzt hast du dich wacker gehalten... doch nun werde ich dem ein Ende setzen", meinte Cloud kühl und verengte die Augen.
"Unterschätz mich nicht, nur weil ich eine Frau bin!", kam es von Mia, die ebenfalls die Augen verengte.
"Das würde ich nie tun...", sprach der ehemalige Söldner, kurz eine Pause einlegend, ehe er weiter fortführte,"das Geschlecht ist im Kampf egal& schlussendlich kommt es auf die Kraft von einem an..."
Mia blinzelte kurz verwundert auf, ehe sie dann grinsend meinte:"Männer wie du sind wirklich selten... ich höre meistens nur, das Frauen keine Schwerter tragen dürfen, weil sie angeblich zu schwach sind. Du bist aber anders... das gefällt mir, wirklich!"
Kurz hebte sich der Mundwinkel des Blondschopfes, doch genauso schnell es gekommen war, war es auch wieder verschwunden. Schließlich antwortete er:"Wirklich? Das müssen dann Dummköpfe gewesen sein."
"Waren es auch!", bestätigte Mia seine Behauptung und nickte mit dem Kopf.
"Auch, wenn ich dich sympathisch finde... muss ich das jetzt beenden", mit diesen harschen Worten richtete er sein mächtiges Meisterschwert auf Mia und blickte sie todernst an.
"Das gleiche gilt auch für mich... wirklich schade, Cloud&", auch sie richtete ihr Schwert gegen Cloud und sie verhaarten so für einige Momente.
"Jetzt... endet alles!", sprach Mia aus und verfesterte ihren Griff.
"HAAAAAAH!!!!", mit einem lautem Kampfgebrüll stürzten sich beide wieder in den Kampf. Mia duckte sich dann unter dem Schwertstreich von Cloud weg und vollführte eine Rolle, sodass sie hinter dem Söldner stand. Die junge Schwertheilige verlor keine Zeit und schlug hinter sich zu. Doch mit einem geschicktem Sprung wich Cloud aus und sobald er nur den Boden berührt hatte, sprintete er sogleich auf Mia zu und legte blitzschnelle Hiebe hin. Der Violetthaarigen blieb nur die Verteidigung übrig. Als der Schwertsturm sich endlich legte, startete auch Mia wieder einen Angriff und erwischte Cloud leicht an der Seite. Dieser machte sich sofort daran, kurz Abstand zu gewinnen, um sich wieder zu sammeln. Doch Mia hatte anderes im Sinn und rannte mit einem weiteren Kampfgeschrei auf Cloud zu. Cloud duckte sich unter dem ersten Schwertstreich hinweg. Er nutzte die Gelegenheit und verpasste ihr einen Tritt in den Bauch. Wieder lag Mia am Boden, doch war sie wieder schnell auf den Beinen. Cloud ließ nicht lange auf sich warten und griff die Schwertheilige wieder an. Mia parierte seinen Angriff und verpasste ihm diesmal eine leichte Wunde am linken Arm. Sie war zwar nicht tief, doch jeder Treffer erhöhte den Sieg.
"Hng", knurrte Cloud, ehe er dann in die Höhe sprang. Verwundert blickte Mia hinterher, doch dann sagte ihr Instinkt, lieber auszuweichen, statt herumzustehen. Diesem Befehl folgend, machte sie sich daran, vom Platz wegzukommen. Eine kluge Entscheidung, wie Mia feststellen musste, als sie sah, wie Cloud den Boden, auf dem sie gerade noch stand, erheblichem Schaden zufügte.
"Hooooh... verdammt stark", nuschelte die violetthaarige Schwertheilige. Die junge Frau ging wieder in Kampfposition und ehe sie sich versah, war auch Cloud wieder vor ihrer Nase und es kam erneut zu einem schnellem Schlagabtausch. Diesmal aber unterlag Mia und musste eine weitere Wunde am Bein kassieren. Somit hatte die junge Schwertheilige nun einen Nachteil gegenüber ihrem Gegner. Trotzdem gab sie nicht auf und kämpfte weiter voller Mut gegen Cloud.
Bei den darauffolgenden Angriffen bemerkte dann Mia eine Lücke und stach zu. Cloud gelang es nur noch, seinen Körper nach hinten zu schieben, doch trotzdem erwischte es ihn am Bein. Er knirschte die Zähne zusammen und entwandt sich dem gegnerischem Schwert.
"HYAAAAH!!!", stieß Mia aus und holte mit der Faust aus. Diese Faust landete direkt in Clouds Gesicht, der in einer weiteren Sekunde der Unaufmerksamkeit glatt zu Boden gerissen wurde. Mia holte mit dem Schwert aus und wollte zustechen, doch Cloud hob sein Meisterschwert und wehrte den Stich ab. Mit beiden Füßen trat er Mia in den Bauch. Während sie wieder den Boden begrüßen durfte, erhob sich Cloud. Er keuchte leicht auf und wartete ab, bis Mia wieder auf den Beinen stand. Auch sie keuchte, jedoch schwerer als er. Einen kurzen Moment der Ruhe, ehe Cloud zum Angriff überging. Mia wollte ebenfalls losrennen, doch dann passierte etwas unerwartetes: Durch den matschigen Boden rutschte die Schwertheilige aus und kippte um. Unglücklicherweise fiel ihr das Schwert aus der Hand und landete etwas weiter weg von ihr auf dem Boden. Sie wollte sich gerade wieder aufrichten, als sie plötzlich eine kalte Klinge am Hals spürte. Hörbar sog Mia die Luft ein und starrte ungläubig den Blondschopf an. Sie schluckte leicht und ihre rechte Hand verkrampfte sich im Gras.
"Heh... jetzt ist es vorbei, was?", murmelte Mia bloß und sah keuchend zu Cloud hinauf. Dieser blickte sie nur unergründlich an und hatte die Waffe fest im Griff. Dann holte Cloud aus: nur um sein geliebtes Meisterschwert schwungvoll auf seinen Rücken zu platzieren. Er hielt der violetthaarigen Frau die Hand hin, die sie dankend annahm und sich daran hochzog. Mia stieß einen lauten Seufzer auf und sah gen Himmel. Der Regen hatte nachgelassen, es nieselte nur noch. Kurz schloß Mia die Augen, ehe sie sich dann Cloud zuwandte.
"Das war ein tolles Duell, Cloud!", waren ihre ersten Worte nach dem Kampf.
"In der Tat", stimmte Cloud relativ knapp zu und lächelte - eine Seltenheit, wenn man Cloud kannte.
"Wenn der Regen nur nicht wäre... dann hätte ich dich gehabt!", Mia grinste bei den Worten freudig.
"Vielleicht, vielleicht aber auch nicht", schmunzelte der Blondschopf und ging zu Mias Schwert herüber. Er hob es auf und übergab es Mia. Diese bedankte sich und steckte es in die Schwertscheide.
"Wir sollten jetzt zu Rhys gehen... er heilt unsere kleinen Kratzer!"
"Mit Heilmateria?"
"Was ist denn das schon wieder? Cloud, du bist komisch!", daraufhin lachte die Violetthaarige.
"Hn", war das einzigste, was er dazu sagte und verschränkte die Arme.
"Aber wir müssen das wiederholen. Ich will eine Revanche! Wie wäre es mit morgen?", schlug Mia vor und sah Cloud mit leuchtenden Augen an.
"Morgen?"
"Morgen!"
"Gut, dann morgen", meinte Cloud schmunzelnd, ehe er gen Himmel sah. Der Regen hatte nun gänzlich aufgehört. Der erste Sonnenstrahl durchbrach die dunklen Wolken und fiel direkt auf Clouds Gesicht. Kurz kniff er die Augen zusammen, ehe er sie wieder öffnete. Die anderen Sonnenstrahlen schienen es ihrem Vorreiter gleichzutun und durchdrangen ebenfalls die dunkle Schicht. Eine sanfte Brise zog durch die Lande und streichelte sanft die Wangen der Beiden. Ein Lächeln zierte nun Clouds Lippen und er genoß die Wärme des Sonnenscheines. Dieser Sonnenschein war ein gutes Zeichen.
Fin
(Die komischen Zeichen werde ich später wegeditieren... <.< Polnischer PC halt~)
__________________
|
|
02.09.2008 22:49
|
|
Raphael
[Erzengel]

Dabei seit: 05.01.2008
Beiträge: 1173
Lieblings FE-Teil: Radiant Dawn
Affinität: Eis

Level: 37
EXP: 68%
 |
|
Auch von mir eine Gratulation an die Sieger.
Ich bin froh, mitgemacht zu haben, denn das Schreiben hat mir eine Menge Spaß gemacht
Hier also dann mal mein Part:
Das Söldner-Duell
Nach dem Krieg gegen die Göttin Ashera ist nun Frieden auf dem Kontinent Tellius eingekehrt. Beorc und Laguz haben ihren langjährigen Konflikt endlich beigelegt und es herrscht Ruhe und Harmonie in allen Ländern. Jedoch, in einer kleinen Festung, in einem Wäldchen des Landes Crimea, herrscht Unruhe.
„Komm schon Ike!“, rief ein junger, muskulöser Mann mit grünem, zotteligem Haar, „Ich verlange eine Revanche!“ Der blauhaarige Mann, mit dem er sprach, drehte sich zu ihm um. „Boyd, du hast heute schon drei Mal gegen mich verloren. Meinst du nicht, dass es so langsam mal gut ist?“, fragte er.
Boyd baute sich grinsend vor ihm auf. „Ha! Niemals! Noch einmal lasse ich mich von dir nicht besiegen!“, sagte er siegessicher und schulterte seine Trainings-Axt.
Ike seufzte und zog sein Schwert. „Nun gut, wenn es unbedingt sein muss…“
Sie stellten sich gegenüber. Nach wenigen Sekunden stürmte Boyd auf seinen Gegenüber zu und schlug mit der Axt nach ihm. Ike jedoch wich mit einem Sprung zur Seite aus und konterte den harten Angriff mit seinem Schwert. Boyd wirbelte herum und versuchte Ike von der Seite zu treffen. Doch auch diesen Schlag konnte der geübte Schwertkämpfer mit einem Schlenker seines Schwerts parieren. Er machte einen Ausfallschritt nach links, zog dem überraschten Boyd die Füße weg, sodass dieser zu Boden fiel und hielt ihm die Spitze seiner Klinge an den Hals. „Sieg Nummer vier“, lächelte Ike. Boyd schob das Schwert beiseite und stand mürrisch auf. „Ich hab nur einen Moment nicht aufgepasst“, murmelte er leise.
Im selben Moment legte jemand von hinten eine Hand auf seine Schulter. „Von wegen nicht aufgepasst!“, sagte die Person hinter ihm, „Ike hat dich eiskalt überrascht, du hattest überhaupt keine Chance zu kontern!“ „Stimmt gar nicht!“, maulte Boyd und drehte sich leicht säuerlich um und blickte in die Augen von Alja, Ikes Schwester. „Stimmt ja wohl! Du hast wie ein blutiger Anfänger gekämpft!“, lachte sie. „Argh! Du kleine…“, begann Boyd, doch Ike unterbrach ihn. „Lass dich doch nicht ärgern Boyd“, lachte er.
Er wollte sich gerade seiner Schwester zuwenden, als er jemanden auf sich zu kommen sah. „Shinon“, sagte er, „was gibt’s?“ Der große Mann, mit dem finsteren Blick schaute ihn genervt und zugleich spöttisch an. „Diese dauernden Kämpfe zwischen dir und Boyd gehen mir tierisch auf die Nerven! Es ist doch ohnehin immer klar, wer gewinnt! Wenn du eine echte Herausforderung willst, dann kämpfe gegen mich!“ Boyd meldete sich zu Wort. „Hey Shinon! Das wird nichts, denn ich werde noch einmal gegen ihn kämpfen!“ Shinon blickte ihn an. „Damit du wieder verlierst?“ „Diesmal werde ich gewinnen! Verlass dich drauf!“ „Du würdest noch nicht mal gegen Alja gewinnen!“ „Wie war das?!“
„Hey Jungs“, sagte Ike, um die beiden Streitenden auseinander zu bringen. „Mir kommt da eine Idee. Warum regeln wir die Sache nicht bei einem Duell-Turnier“, schlug er vor. „Duell-Turnier?“, fragten alle zugleich. „Ja“, antwortete Ike und wandte sich seiner Schwester zu. „Alja, geh und sag den anderen, dass wir uns draußen auf der Wiese treffen.“ Alja nickte und verschwand in einem der Häuser.
Kurze Zeit später hatte sich die gesamte Söldner-Truppe versammelt. „Also“, begann Ike, „wer von euch möchte mitmachen?“ Boyd und Shinon traten sofort vor. Auch der blonde Gatrie stapfte in seiner schweren Rüstung zu Ike herüber. „Wird bestimmt lustig“, grinste er fröhlich. „Noch jemand?“, fragte Ike. Eine junge Frau, mit violettem Haar sprang auf und ging raschen Schrittes auf die anderen zu. „Den Spaß lass ich mir doch nicht nehmen“, sagte sie lächelnd und siegessicher. „Gut, Mia ist also auch dabei. Soren? Titania?“, fragte Ike und wandte sich an eine rothaarige Frau und einen in schwarz gekleideten Magier. „Ich passe“, sagte Titania, „ich glaube das ist nichts für mich.“ Dann sprach Soren. „Ich finde diese Idee schwachsinnig, folglich werde ich auch nicht mitmachen.“ „Wie ihr meint“, sagte Ike lächelnd. „Und ihr?“, fragte er schließlich und schaute den Rest seiner Söldner-Truppe an. „Ich schließe mich Vize-Commander Titania an und werde nur als Zuschauer fungieren“, antwortete Boyds älterer Bruder, Oscar. „Ich ebenfalls“, fügte Rhys hinzu, denn als Heiler verstand er sich nicht auf den Umgang mit Waffen. „Ähm… nunja…“, stotterte Rolf, der jüngste der Brüder. „Ich würde auch lieber nur zuseh…“ Doch weiter kam er nicht, denn Alja schubste ihn in Richtung der anderen. „Komm schon Rolf, sei kein Feigling“, lachte sie. „Ähm, okay, wenn du meinst“, antwortete er immer noch unsicher.
Nachdem Ike ihnen den Ablauf erklärt hatte, begannen sie mit den Duellen. Je ein Kampf mit jeder Waffe, wer übrig bleibt, gewinnt.
Das erste Duell war schnell vorüber, denn die die Meisten der Söldner waren ungeübt im Kampf mit dem Schwert. Am Schluss waren nur noch Mia und Ike übrig, die sich in einem erbitterten Kampf ihre Schwertkunst bewiesen. Ike hatte Probleme mit Mias Schnelligkeit mitzuhalten, doch dies machte er durch seine große Stärke wett und entschied schließlich den Kampf für sich.
Auch die anderen Duelle verliefen ähnlich und Ike und Shinon trugen die meisten Siege davon. Am Ende war nur noch das Duell mit Pfeil und Bogen übrig.
Alja befestigte ein Ziel an einem nahe gelegenen Baum und die kleine Gruppe griff zu den Bögen. „Wer ein Ziel verfehlt, ist raus!“, rief Alja ihnen zu und das Duell begann.
Gatrie war als erstes an der Reihe. Er spannte den Bogen und verfehlte das Ziel mit dem ersten Schuss. „Naja“, lachte er etwas verlegen, „Bögen sind nicht so mein Stärke.“ Noch immer lachend gesellte er sich zu den Zuschauern. Für die nächsten lief es wesentlich besser. Shinon und Rolf hatten als Bogenschützen keinerlei Probleme und auch Ike und Mia trafen das Ziel. Für Boyd jedoch lief es nicht so gut. Er brauchte mehrere Anläufe, bis er einen Pfeil abgeschossen bekam. Zuerst blieb er an der Sehne des Bogens hängen, dann rutschte ihm der Pfeil weg und der Bogen fiel ihm aus der Hand. „Moment ich hab’s gleich!“, rief er etwas nervös und blickte sauer auf seinen Bogen. Schließlich gelang es ihm und er schoss einen Pfeil in Richtung Ziel. Jedoch verfehlte er es und der Pfeil flog in den Wald hinein. „Super Schuss, Boyd!“, rief ihm Alja zu. Murmelnd verließ Boyd den Kampfplatz und setzte sich mürrisch auf einen Stein.
Nach wenigen Minuten hatte auch Mia das Ziel verfehlt und die Schützen waren nur noch zu dritt. „Wie wäre es, wenn wir das Duell noch etwas schwieriger machen?“, grinste Shinon. „Woran hast du da gedacht?“, fragte Ike. „Hehe“, lächelte Shinon, „die bekannteste Bogenkunst der Welt. Wir schießen einen Apfel vom Kopf einer Person.“ Ike schaute ihn etwas verdutzt an. „Das ist ziemlich gefährlich. Aber wenn wir Trainings-Pfeile benutzen und sich jemand freiwillig dazu bereit erklärt, können wir das gerne versuchen.“ „Gut“, sagte Shinon sofort. „Wem darf ich den Apfel vom Kopf schießen? Soren, wie wäre es mit dir?“, fragte er grinsend an diesen gewandt. Dieser blickte ihn ausdruckslos an. „Nein danke, ich würde gerne noch den morgigen Tag erleben. Such dir jemand anderen, dem du einen Pfeil durch den Kopf jagen kannst.“ Alja sprang auf. „Darf ich das machen? Ike?“ „Glücklich bin ich bei dem Gedanken zwar nicht, aber wenn du unbedingt willst“, willigte Ike unsicher ein.
Alja legte sich einen Apfel auf den Kopf und stellte sich vor den Baum. „Ich bin soweit!“, rief sie. Shinon machte den Anfang. Er spannte sicher den Bogen, ließ den Pfeil los und dieser traf den Apfel direkt in der Mitte. „Gut gemacht, Shinon!“, sagte Alja und nahm einen neuen Apfel. Sie lächelte immer noch, jedoch konnte man ihr ansehen, wie nervös sie war. Ike war der nächste. Etwas unsicher spannte er den Bogen und zögerte einen Moment. Doch dann schoss er den Pfeil ab. Er traf den Apfel nicht richtig und brach daher nur ein Stück von ihm ab. „Naja“, schnaubte Shinon, „immerhin hast du ihn getroffen.“ Nun war Rolf an der Reihe. Nervös und ängstlich stellte er sich Alja gegenüber. Er spannte zitternd den Bogen. „Na los. Schieß schon“, sagte Shinon ungeduldig, nachdem einige Sekunden verstrichen waren. „A… aber…“, stotterte Rolf. „Du hast Angst, dass du sie triffst“, seufzte Shinon kopfschüttelnd. „Rolf, das hatten wir doch alles schon mal!“, sagte er leicht genervt. Zögernd ließ Rolf die Bogensehne los und der Pfeil schoss auf Alja zu. Er schlug neben ihrem Kopf in den Baum ein. Erleichtert sank Rolf ins Gras. Ike kam zu ihm und legte ihm die Hand auf den Kopf. „Komm, mach ne kleine Pause“, sagte er und Rolf ging leicht wankend zu den anderen herüber.
„Was schlägt Shinon auch so was vor“, sagte Titania etwas entrüstet und blickte zu ihm herüber. Soren wandte sich ihr zu. „Shinon will gewinnen“, sagte er trocken. „Er wusste, dass Rolf nicht treffen würde, wenn er auf Alja schießen muss. Und er hat damit gerechnet, dass Ike es gar nicht erst machen würde, weil er Angst hat, dass er sie womöglich umbringen könnte. Aber Ike ist nicht mehr der, der er früher einmal war. Er weiß, wie er mit solchen Situationen umzugehen hat. Dieses Duell könnte noch spannend werden“, erklärte er und wandte sich wieder den beiden Duellierenden zu.
Die beiden hatten mittlerweile noch ein paar Äpfel von Aljas Kopf geschossen und hängten nun an den Bäumen verschieden große Ziele auf, die es dann zu treffen galt. „Ich fange an“, sagte Shinon siegessicher und wandte sich den zehn Zielen zu. Er schoss und traf. Auch die weiteren Ziele waren kein Problem für ihn, bis schließlich nur noch zwei Zielscheiben übrig waren, die gerade mal so groß wie ein Blatt waren. Er spannte den Bogen, visierte eine der Scheiben an und ließ los. Der Pfeil schlug neben der Scheibe in den Baum ein. „Verdammt!“, murmelte Shinon sauer. Er spannte wieder seinen Bogen und wandte sich etwas nervös der letzten Holzscheibe zu. Er zielte etwas angespannt und schoss. Wieder schlug der Pfeil in den Baum. „Mist!“, fluchte er und machte Platz für Ike. Ike brauchte zwar etwas länger als der erfahrene Shinon, doch traf er auch alle Ziele bis nur noch zwei übrig waren. Aber genau wie Shinon verfehlte er die letzen beiden Scheiben. Sie wiederholten das ganze noch drei weitere Male, doch das Resultat war immer das Selbe.
„Das reicht!“, sagte Shinon schließlich laut. Er warf seinen Bogen zur Seite und nahm sich ein Schwert. „Komm Ike! Ein faires Duell! Nur du und ich!“ Ike lächelte ihn an. „Nun gut, wenn du das unbedingt willst.“ Er zog sein Schwert und sie stellten sich gegenüber. „Lass und mit einem kleinen Einsatz spielen“, sagte Shinon. „Wenn ich gewinne, werde ich Commander!“ „Dem kann ich leider nicht zustimmen“, lächelte Ike. „Gegenvorschlag“, sagte er dann, „wenn du gewinnst, verdoppele ich deinen Sold.“ „Einverstanden“, willigte Shinon ein. „Allerdings“, fügte Ike hinzu, „sollte ich gewinnen, dann kochst du eine Woche lang anstelle von Alja und Oscar."
Shinon zögerte kurz, stimmte dann jedoch zu. „Gut! Ich gewinne sowieso!“ Die beiden rannten aufeinander zu und die Klingen prallten aufeinander. Sie tauschten ein paar heftige Schläge aus, dann sagte Ike schließlich: „Ich wusste gar nicht, dass du so gut mit dem Schwert umgehen kannst.“ Shinon lächelte. „Ich bevorzuge zwar einen Bogen, aber wenn der Gegner doch mal nah an mich heran kommt ist ein Schwert wesentlich sinnvoller, wie du weist. Ein guter Kämpfer benutzt immer zwei Waffen.“ „Na dann zeig mir mal was du kannst!“, rief Ike und stürmte auf ihn zu. Shinon war ziemlich überrascht über Ikes schnelles Handeln und konnte nur knapp ausweichen. Er Schlug zu doch auch Ike konnte parieren. Sie wechselten wieder einige harte Schläge. Plötzlich merkte Shinon wie er mit dem Rücken gegen etwas stieß. Dann begriff er. Ike hatte ihn gegen einen Baum gedrängt. Mit einem schnellen Hieb schlug dieser ihm das Schwert aus der Hand und setzte ihm die Spitze seiner Klinge an den Hals. „Ist ja gut“, sagte Shinon, „du hast gewonnen.“
Ike lies das Schwert sinken und grinste die anderen an, die nun herüber kamen. „Wie es aussieht, haben wir jetzt einen neuen Koch“, sagte er. Shinon murmelte mürrisch etwas Unverständliches vor sich hin. „Ach komm schon Kumpel!“, sagte Gatrie lachend und legte seinem Freund eine Hand auf die Schulter. „Ich wollte schon immer mal den Kräuter-Eintopf probieren von dem du mir mal erzählt hast“, fügte er hinzu. „Sei bloß Still!“, zischte Shinon. „Ja!“, lachte Alja, „Shinon kocht heute Abend für uns!“ „Genau!“, sagte Mia ebenfalls lachend und legte Shinon ihre Hand auf die andere Schulter. „Komm schon“, fügte sie mit fiesem Grinsen hinzu, „sei doch kein Spielverderber.“ „Argh! Lasst mich doch einfach alle in Ruhe!“, fauchte Shinon und die gesamte Söldner-Truppe begann zu lachen.
__________________
|
|
02.09.2008 23:12
|
|
Sion
Drakonier

Dabei seit: 04.06.2007
Beiträge: 490
Lieblings FE-Teil: FE7
RPG-Name: Sion (falls ich mal eins mitmache...)
Affinität: Wind

Level: 34
EXP: 22%
 |
|
Das hier is mein undankbarer 4.Platz...
Glückwunsch an die Gewinner
Sturmwolken
Es wurde schon düster nahe des Ortes Caer Pelyn und finstere Wolken waberten tief am Abendhimmel entlang. Sie kündeten von baldigen Regen und das ferne Grollen ließ die Vermutung nach noch etwas mehr aufkommen. Ewan, ein rothaariger, energischer Junge, rannte den Bergpfad von Caer Pelyn kommend, herab und wäre auch fast gestürzt, wenn er den dürren Ast nicht im letzten Moment gesehen hätte, den der Wind auf den Pfad geweht hatte. Über das Wetter fluchend rannte er weiter, schließlich wollte er vor dem Unwetter bei seinem Meister in der Sicherheit der trockenen Hütte sein.
Dann wieder ein fernes Grollen.
Ewan beschleunigte noch etwas und schon bald sah er die Holzhütte vor sich. Eine Rauchfahne zog aus dem Schornstein und Kerzenschein war durch die Butzenglasfenster zu erkennen.
Keuchend kam er vor der schweren Eichentür zum stehen.
Trotz der sichtlichen Schwere der Tür ließ sie sich ohne großen Aufwand öffnen und Ewan huschte erleichtert hinein.
„Meister Saleh? Seid ihr da?“
Ewan wanderte zwischen den Türmen aus Büchern und Pergamentrollen entlang und fand seinen Meister in tiefer Meditation versunken auf einem Teppich im hinteren Teil des Hauses sitzend.
Ewan verneigte sich leicht und kniete vor dem noch recht jungen Mann nieder. Meister Saleh war kein besonders großer Mann, doch wirkte er mit seinen violett-grauen schulterlangen Haaren und dem ernsten Gesicht ehrfurchtgebietend.
„Meister? Ihr wolltet mich heute in einer neuen Übung unterweisen.“
Ewan sprach bedächtig und leise, um seinen Meister nicht gewaltsam aus den fernen Sphären zu reißen.
Doch Meister Saleh öffnete in diesem Moment die Augen und sah Ewan aus seinen eisblauen Augen an.
„Ich weiß Ewan. Ich habe mich dafür auch gerade vorbereitet. Und ich hoffe, du hast dies auch getan, wie ich dir aufgetragen habe.“
Ewan nickte eifrig.
„Ja Meister, ich habe meine Konzentration und Selbstbeherrschung geschult, wie ihr sagtet. Aber ich weiß immer noch nicht, was dies für eine Übung sein soll, bei der ich meine ganze Kraft brauchen werde. Was erwartet mich?“
Saleh lächelte sanft ehe er antwortete:
„Dies Ewan, siehst du, sobald wir an dem Platz für die Übung angekommen sind.“
Ewan schaute irritiert. Er dachte, dass er diese Übung in der warmen Hütte absolvieren würde, doch Meister Saleh bereitete sich darauf vor, genau diese zu verlassen. Leicht bedrückt, folge er Saleh aus der Hütte und in den tosenden Sturm hinein. Wind und Regen schlugen beiden ins Gesicht und schon nach wenigen Minuten war Ewan durchnässt und halb erfroren. Er warf einen Blick zur Seite, in das Gesicht seines Meisters, der immer noch unablässig lächelte, als hätte er lange darauf gewartet ihm diese Übung zu zeigen.
Nach weiteren zwanzig quälenden Minuten in der kalten Hand der Naturgewalten erreichten sie einen kleinen Einschnitt in den Berg, der eben genug war um nicht zu straucheln und groß genug, um es als 'Platz haben' bezeichnen zu können.
Wieder ein Donnerschlag. Mittlerweile zuckten unablässig Blitze vom Himmel und erhellten den Platz für einen Moment mit fahlem Zwielicht.
Ewan verstand nicht, was sie hier sollten. Alles was sie hier tun würden, könnten sie auch in der Hütte machen. Doch Meister Saleh schien nun mit jedem Augenblick freudiger, als könne er das, was gleich passieren würde nicht mehr erwarten. Mit kurzen knappen Worten wies er Ewan an, sich ihm gegenüber aufzustellen. Nachdem Ewan den ihm zugewiesenen Platz erreicht hatte, rief Saleh ihm zu:
„Ewan...du bist nun schon so lange mein Schüler und du hast erstaunliche Fortschritte gemacht. Du bist talentiert, fleißig und wissbegierig, wie man es von einem Magier-Schüler erwartet. Du bist besser als manch andere auf der Akademie der Magier, in der ich einst studierte. Heute wird sich zeigen, wie gut du wirklich bist.“
Wieder ein Blitzschlag. Die Stimmung war zum zerreißen gespannt, wie dort in dem kleinen Bergeinschnitt zwei Magier im schlimmsten Unwetter einander gegenüber standen.
„Deine Übung Ewan...und zugleich deine Prüfung...bin ICH!“
Auf dem Platz zwischen ihnen schlug ein Blitz ein und in Ewans rubinroten Augen spiegelte sich das für einen Augenblick erhellte Gesicht seines Meisters wieder, als er erkannte, was sein Meister vorhatte.
„Meister, ihr...ich kann nicht gegen euch kämpfen“
Ewan flehte, doch Saleh lächelte beharrlich weiter.
„Doch genau das wirst du tun müssen. Ich werde dich nicht schonen und du wirst das auch nicht tun. Zeig mir, was du gelernt hast und ob du meine Zeit wert warst, die ich in dich gesteckt habe.“
In diesem Moment beschwor Saleh mit wenigen Fingerzeichen eine magische Matrize und schleuderte einen Feuerball in Ewans Richtung. Fast instinktiv wehrte Ewan den Feuerball ab, immer noch unfähig, seinen Meister anzugreifen. Dann wieder ein Feuerball und noch einer. Schweiß mischte sich in Fäden aus Regenwasser, die über Ewans Gesicht flossen. Er wusste, das er nicht ewig ausweichen konnte und er angreifen musste, um nicht verletzt zu werden. Nun wusste er auch warum er hatte seine magischen Kräfte konzentrieren sollen.
Er duckte sich unter dem nächsten Feuerball hinweg und beschwor in der selben Bewegung eine Windklinge, die er Saleh zuwarf.
Wie beiläufig drehte sich Saleh um die eigene Achse, um dem Geschoss auszuweichen. Mittlerweile war das Unwetter zu einem Trommelwirbel angeschwollen.
Saleh konzentrierte sich und lenkte einen heranzuckenden Blitz zu Ewan, der mit einem beherzten Hechtsprung auswich und eine weitere Windklinge nach Saleh warf. Doch wieder wich Saleh aus. Er lenkte einen weiteren Blitz zu Ewan und warf gleichzeitig einen Feuerball. Ewan wich dem Blitz aus, doch sah den Feuerball zu spät. Vor Schmerz aufschreiend ging er in die Knie - die Hand auf die verletzte Schulter pressend. Doch Zeit, um den Schmerz niederzukämpfen hatte er nicht. Ein weiterer Feuerball kam auf ihn zu. Ewan rollte sich zur Seite und beschwor ein Elfenfeuer. Das Geschoss flog mit ungeheurer Geschwindigkeit auf Saleh zu.
Überrascht von der schnellen Erholung, reagierte Saleh viel zu langsam und das Elfenfeuer traf ihn hart an der Brust. Ein großer Brandfleck war auf der edlen grünen Magierrobe zu sehen.
Doch anstatt vor Schmerz zu schreien, fing Saleh an zu lachen. Wieder warf er Blitze und Feuerbälle nach Ewan, der nun langsam die Oberhand gewann. Mit geschickten Sprüngen und gut platzierten Attacken, trieb er seinen Meister in die Sackgasse am Ende des Bergeinschnittes. Mittlerweile waren beide übersät mit Brandblasen und Schrammen. Blut mischte sich mit der Regenwasser-Schweiß-Mischung in den Gesichtern der beiden. Der Kampf hatte Stunden gedauert, doch nun schien es entschieden. Ein letztes Manöver von Ewan und er setzte den Finger an die Stirn seines Meisters. Doch er ließ den Zauber nicht los, sondern trat einen Schritt zurück.
Der Sturm hatte sich mittlerweile gelegt und der Himmel wurde klar. In der Ferne war der blasse Schein des Morgens zu sehen. Keuchend standen sich nun beide gegenüber. Saleh lächelte immernoch.
„Du hast diese Übung gemeistert, Ewan...du bist nun ein wahrer Anima-Magier. Du hast deinen Meister übertroffen. Nun steht es dir frei, eigene Wege zu gehen und dir einen eigenen Schüler zu suchen. Ich kann dir nichts mehr beibringen.“
Und mit diesen Worten verneigte sich Saleh tief vor Ewan und zog dann ein kleines filigran gearbeitetes Messer aus dem Gürtel. Dann trat er zu Ewan, der immer noch ungläubig schaute und schnitt eine Strähne seines Haares ab. Dann nahm er ein Stück Schnur aus der Tasche seines lädierten Umhangs und band die Haare zu einem Bündel zusammen.
Dasselbe tat er mit einer Strähne seinen Haares. Dann band Saleh Ewan das Bündel um den Hals wie eine Kette.
„Meister Ewan...nun seid ihr ein Weiser, wie ich es bin.“
Ewan war fassungslos. Er starrte in die Augen seines Meister und wusste nicht ob er Jubeln oder weinen sollte.
Er war nun selber ein Weiser...aber das bedeutete den Abschied, den er all die Jahre gefürchtet hatte.
„Meister...ich...ich will nicht gehen, es gibt noch soviel zu lernen.“
Ewan standen nun Tränen in den Augen.
Saleh legte ihm die Hand auf die Schulter und wies zum Horizont, wo gerade die Sonne aufging.
„Ewan...du musst nun deinen eigenen Weg gehen. Aber du kannst mich jederzeit besuchen kommen. Ich bin ja nicht fort aus dieser Welt, sondern bleibe hier in Caer Pelyn. Aber du wirst sicher deine Reise antreten um die Welt zu sehen. Wie damals, als Ephraim und Eirika gegen Grado in den Kampf zogen. Nur diesmal bist du der Meister. Und nun wische die Tränen fort und lass uns nach Hause gehen.“
Ewan schnäuzte sich in den Umhang und fing an zu lächeln.
„Ja...nach Hause...“
ENDE
__________________
Ika me Sion. Ika me Draconis. Ika me...me!

Mein Pet braucht Futter...bitte füttert es
Offizielles Mitglied der Keks-Sekte (und stolz drauf^^)
Dieser Beitrag wurde schon 2 mal editiert, zum letzten mal von Sion am 03.09.2008 02:28.
|
|
03.09.2008 02:24
|
|
Naesala
Digital Native

Dabei seit: 09.02.2007
Beiträge: 2276
Lieblings FE-Teil: FE:7 Blazing Swords
RPG-Name: Naesala
Alte Namen: Weltherrscher, King Klo, König der Raben
Affinität: Dunkelheit

Level: 42
EXP: 88%
 |
|
Juhu, der Contest ist vorbei. Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner!
Und hier noch meine Geschichte, die etwas zu spät *hust* ankam XD Aber danke für den Dritten Platz^^ (2 Punkte!! .__.)
Obwohl sie auf einer Lichtung lagerten, konnte er sie kaum erkennen, denn es war Nacht und der Himmel war wolkenverhangen. Es war eine große Gruppe, schwer bewaffnet, sie hatten sogar Wyvern, die mit schweren Ketten an einige massive Eichen gebunden waren. Aber bis auf eine gähnende Nachtwache schliefen sie alle. Er wusste genau welches Ziel diese Truppe hatte. Doch er würde es zuerst erreichen. Ein Wyvern knurrte im Schlaf. Er lächelte in sich hinein und schlich sich wieder von der Lichtung fort. Als er genügend Abstand hatte, lief er los. Er hatte nur diese Nacht Zeit.
Nach einer guten Stunde Eilmarsch durch den Wald kam er an. Der Wald wurde lichter und auf einem Hügel stand die kleine Hütte, die er gesucht hatte. Er kletterte leise den recht steilen Hügel hinauf, bis er oben ankam, an der Hütte entlang schlich und dann vor der Tür stehen blieb. Doch er klopfte erst, nachdem er dort kurz gestanden hatte und sich verschnauft hatte. Keine Reaktion. Er klopfte wieder, diesmal lauter und aggressiver. Wieder keine Reaktion. Sollte etwa keiner mehr in der Hütte sein? Nein, das konnte nicht sein, seine Informanten waren zuverlässig. Er wollte gerade wieder klopfen, da hörte er die Stimme. Die Stimme, der er gesucht hatte. Er wollte sich rächen, diese Stimme sollte verstummen. Diese tonlose, emotionslose, eiskalte Stimme, in der jetzt ein Hauch von Verwunderung mitschwang.
„Matthew?“
Matthew drehte sich um und sah ihn. Er stand direkt hinter ihm und war, obwohl er wahrscheinlich aus der Übung war, angespannt. Zum Morden bereit.
„Jaffar...“, antwortete Matthew trocken.
Er spürte einen feuchten Tropfen auf seiner Nase. Ein leichter Nieselregen setzte ein.
„Was willst du?“, fragte Jaffar. Er war misstrauisch, wie zu erwarten war.
Matthew wartete, bevor er begann zu sprechen. Er sprach kühl und langsam, stockte aber oft im Satz und machte lange Pausen.
„Du... hast sie getötet... Kalt... Eiskalt... Mein Leben... Meine Geliebte... ... Eiskalt... Wie du es immer tust... Ein kleines Ding auf deiner endlosen Liste von Opfern.... Und dann hast du es gewagt... Einfach zu uns zu kommen... Uns aufeinmal zu helfen... Warum?“, Matthew wurde lauter, „ Warum? Wie konntest du nur? Dachtest du ich vergesse es nicht? Die anderen haben es damals vielleicht vergessen, sie waren abgelenkt, von Nergal! Aber ich....“ Matthew sank den Kopf und fuhr dann leise fort: „Ich habe gar nichts vergessen.“
Während er dies sagte, schwieg Jaffar die ganze Zeit. Ein eiskaltes Schweigen. Matthew wimmerte leise, begann wahrscheinlich zu weinen, doch Jaffer konnte es nicht erkennen, obwohl er das Augenlicht der Nacht hatte. Die Regentropfen beschützten die Tränen.
Matthew hob den Kopf wieder und sah Jaffar in die Augen. Seine Augen waren gerötet. Es war nur ein kurzer Augenblick in dem sich die beiden Blicke trafen. Danach trafen sich ihre Wurfdolche mit einem Aufblitzen in der Luft.
Matthew startete einen Wurfmesserangriff nach dem anderen, in einer unglaublichen Geschwindigkeit, doch Jaffar wehrte alle mit eigenen Wurfmessern, die er blitzschnell aus seinem düsteren Gewand hervorschleuderte, ab, indem er sie Matthews Messern entgegenwarf. Matthew machte eine Pause in seinem Wurfangriff. Die Pause genügte. Jaffar verschwand aus seinem Blickfeld. Die blitzschnelle, nur verschwommen wahrnehmbare Bewegung einer Assassine. Doch in der Dunkelheit sah Matthew noch nicht einmal etwas Verschwommenes. Jaffar war einfach weg. Aber Matthew blieb ruhig. Er hatte einen sehr sicheren Halt mit den Füßen, obwohl der immer stärker werdende Regen den Boden stark aufgeweicht hatte. Er hatte einen sehr starken Halt. Und den brauchte er auch. Denn er kannte Jaffars Tricks, und wusste, wie er darauf antworten würde. Plötzlich riss Matthew einen langen Dolch, den Griff mit beiden Händen fest umklammert, in die Höhe.
Jaffer landete brachial auf Matthew, sie schlugen beide hart auf dem Boden auf. Bevor Matthew registrierte, was er sich alles gebrochen hatte, trat er Jaffar von sich runter, rollte sich schnell zur Seite und nutzte den Schwung um sich taumelnd aufzurichten. Er blickte auf Jaffar, der ebenso aufsprang. Matthew rechnete mit einem Wurfstern, doch es kam nichts. Jaffar stand nur dort und keuchte schwer. Matthews Langdolch steckte bis zum Anschlag in seiner Brust. Er hatte es geschafft. Er hatte Jaffars in aller Welt gefürchtete Assassinentechnik überlebt und sie zu seinem Gunsten gewendet. Sie standen sich schweigend gegenüber. In Matthews rechten Arm schwoll ein intensiver, starker Schmerz an. Er fühlte sich wie abgerissen an. Matthew schaute kurz an sich herab. Der Arm war merkwürdig verdreht, eindeutig gebrochen. Als Matthew wieder aufblickte, rannte Jaffar schon weg, in den Wald. „Verdammt!“, brüllte Matthew und warf ihm mit der linken Hand einige Wurfmesser hinterher. Doch Jaffar wich ihnen aus und verschwand im Wald. Genau in diesem Moment brach das Gewitter in die dichten Wälder der Hocheben Birans ein. Matthew ignorierte den Regen und rannte Jaffar hinterher. Sein Sichtfeld war stark eingeschränkt, er sah fast gar nichts mehr mitten in der Nacht, bei strömenden Regen. Doch er rannte tiefer in den Wald, immer tiefer. Die Bäume wurden immer dichter und Matthew sah irgendwann ein, dass er Jaffar verloren hatte. Er blieb stehen und sah sich um. Der Regen wurde hier mitten im Wald aufgefangen von den dichten Baumkronen, doch es war Pechschwarz und das laute Trommeln des Regens verschluckte alle Geräusche. Jaffar hatte Matthew in den Wald gelockt. Er war Jaffar ausgeliefert. Panisch drehte Matthew den Kopf um sich und versuchte in der Dunkelheit etwas zu erkennen, aber er konnte sich anstrengen wie er wollte... Er sah nichts. Nur Schwärze. Und ihren Sohn, Jaffar.
Doch Matthew war der Sohn des Glücks. Denn in diesem Moment schlug ein Blitz in der unmittelbaren Nähe ein. Das gleißende Licht erhellte für den kürzesten aller Momente den Wald in allen Fugen und Ritzen. Doch dieser Moment reichte Matthew, um in seinen Augenwinkeln den Schatten zu sehen, der von der Seite auf ihn zuschoss. Matthew wich blitzschnell aus, Jaffar landete direkt neben ihm. Der Donner röhrte wie eine gigantische Welle, die alles durchströmt, durch den Wald, das die Bäume erzitterten. Matthew schlug zu. Jaffar blockte mit seinem Armrücken. Ein blitzschneller Schlagabtausch begann, der von einem Schleier aus umherwirbelndem Laub umgeben war. Matthew wütete. Er schlug. Er trat. Er kratzte. Er war im Kampfrausch. Jaffar blockte immer schwermütiger ab und schwankte immer mehr nach jedem Treffer. Schließlich fiel er rücklings in den nassen Waldboden. Wehrlos lag er da, wartete auf den Todesstreich, doch Matthew hielt inne, als wäre ihm etwas eingefallen. Dann ließ er sich fallen, landete auf den Knien, direkt neben Jaffar. Er atmete schwer. Blut rann aus Jaffars Mund und aus seiner Nase und aus Blutergüssen in seinem Gesicht. Der Langdolch steckte noch immer in seiner Brust. Irgendwo brannten einige Bäume.
Matthew schlug ihn ohne Verwarnung. Jaffars Kopf federte zur Seite, Blut spritzte. „Verdammt“, keuchte Matthew, „Ich weiß es...“
Jaffar hob wieder den Kopf und schaute Matthew fragend an. Matthew schrie ihn an, doch seine Stimme wurde gedämpft vom Regen und vom Wald.
„Es war die VERDAMMTE LIEBE!!!!“
Jaffar regte sich nicht.
Matthew packte ihn an der Brust und schüttelte ihn aufgebracht. „Wie kann ein Monster wie du LIEBEN?“
„Die Liebe durchläuft die Welt und leitet die Geschehnisse. Sie hat uns zu diesem Moment hier geführt“, antwortete Jaffar auf einmal, „Niemand bleibt von ihr verschont.“
Matthew hörte auf Jaffar zu schütteln und schaute ihn erstaunt an. Nach einer Pause fuhr Jaffar fort: „Ich habe jetzt eine Frau und zwei Kinder, die ich über alles liebe. Sie haben mich aus der Dunkelheit geholt.“
Matthew ließ Jaffar los und kauerte sich auf dem Boden zusammen. „Verdammt...“, wimmerte er.
Jaffar holte Luft, als wollte er etwas sagen, doch er hielt inne. Matthew stand schwankend auf und stützte sich mit einem Arm an einen Baum und hielt den den Kopf gebückt. Jaffar sah die Tränen wieder nicht, aber diesmal hörte er sie. Warum, wusste er nicht.
„Ich habe sie auch nie vergessen.“, sagte Jaffar plötzlich.
Matthew riss den Kopf in die Höhe, die geschlossenen Augen gen Himmel.
„LEEEEEEEEEEEEEEILAAAAAAAAAAA!!!!!!!!!“, schrie er aus vollem Halse, die Stimme voller Verzweiflung und Schmerz. Dann sackte er wieder zusammen und weinte. Er weinte weiter und weiter. Jaffar schwieg. Ob er betreten war, oder bestürzt konnte man nicht sagen. Oder ob er irgendetwas fühlte. Er war ausdruckslos, wie sonst auch immer.
Matthews Weinen ging in ein wimmerndes Schluchzen über. Schließlich wischte er sich die Tränen aus den Augen und drehte sich um. In die Richtung, aus der er gekommen war. Aus der er mehrere Tage gewandert war, um hier her zu gelangen.
„Jaffar.“, flüsterte er , unterbrochen von einem leichten Schluchzer, „Jaffar...“
Jaffar versuchte sich aufzurichten, sagte jedoch nichts. Alles schmerzte ihm.
„Jaffar, du musst mit Nino und deinen Kindern fliehen!“, rief Matthew und drehte sich abrupt wieder zu Jaffar um. „Eine große Horde Kopfgeldjäger aus Biran ist auf dem Weg hierher. Sie jagen dich, sie werden dich töten. Du musst weg!“
Jaffar schaute Mattew an. Zum ersten Mal konnte man in Jaffars Augen etwas lesen. Erschrecken. Und Hilflosigkeit. Matthew kramte aus seinem Mantel eine bläulich schimmernde Flasche hervor.
„Du brauchst es eher als ich.“, sagte Matthew und warf das Elixier Jaffar zu. Dann wischte er sich die Tränen ab und drehte sich wieder weg.
In diesem Moment ertönte ein animalisches Kreischen über ihren Köpfen. Ein Wyvern.
„Sie kommen...Beeil dich.“ , sagte Matthew wieder leise, fast ein Flüstern, „Ich werde dir Zeit verschaffen.“ Dann rannte er los, weiter in den Wald hinein. Jaffar blickte ihm noch kurz hinterher. Dann stand er ächzend auf und griff zum Elixier.
Die Kopfgeldjäger kamen zu spät. Sie hatten schon befürchtet, dass er etwas zu bedeuten hatte. Dieser blonde Mann, der ihnen entgegentrat. Er hatte 8 Kämpfer mitgenommen. Und einem Wyvern die Augen ausgestochen. Ein Monster. Die Männer dachten schon sie hätten Jaffar vor sich gehabt. Bis sie der Hauptmann aufklärte, dass dies nicht Jaffar gewesen war.
Sie kamen am Hügel an und fanden nur eine ausgebrannte Hütte vor. Spurenvernichtung. Jaffar war verschwunden.
__________________
|
|
03.09.2008 09:59
|
|
Sykes
 Verbannt

Dabei seit: 16.09.2007
Beiträge: 1548
Alte Namen: Dante
Affinität: Feuer
Level: 39
EXP: 73%
 |
|
Na super. Ein paar Stunden zu spät abgegeben aufgrund von organisatorischen und zeitlichen Problemen. Naja, dafür hab Ich vernünftig für mein Abi geschuftet. Obwohl es schon etwas enttäuschend ist, meinen Namen hier nicht zulesen, weil Ich nicht mehr soviel Zeit wie die Anderen habe.
Das wäre mein Beitrag gewesen:
Kapitel 1
Ein sonniger Tag neigte sich dem Ende. Der Himmel rötete sich immer mehr und ein leichter Wind spielte mit den Blättern der hohen Bäume.
Die bunte Söldnergruppe um Commander Ike folgte gelangweilt einer trockenen Landstraße, umgeben von hohem, teilweise vertrocknetem Gras.
"Diese Hitze! Komm Einer her und trag mich!" Die schrille Stimme fand kein Erwidern in den Reihen vor ihr. "Jetzt bleibt doch mal stehen!" Der Commander drehte sich langsam um.
"Serra, du kannst uns Andere nicht ständig bei jeder Kleinigkeit um Hilfe bitten." "Oder auf die Nerven gehen..." Der Rest der Gruppe hatte sich inzwischen hinter dem Commander versammelt.. "Dein Gejammere stellt meine Geduld ziemlich auf die Probe! Warum lassen wir sie nicht hier einfach liegen und ziehen weiter?"
Innes, Kombination aus hervorragendem Bogenschützen und Gefühlskälte, war von Serra´s mitleidserregenden Darbietung mehr als angewidert. "Antwortet mir doch mal gefälligst!"
"Du wusstest doch von Anfang an auf was dich mit uns einlassen würdest, lieber Innes. Niemand zwang dich zu deinem Beitritt. Und außerdem trägt deine aggressive und provozierende Art auch zu dieser offensichtlichen Demotivation bei." Ein kleines Mädchen trat hervor und beäugelte Innes scharf. "Du bist eine verdammte Besserwisserin, Lute." "Danke." Auf ihrem Gesicht machte sich ein zufriedener Ausdruck breit. "Davon trägt mich auch keiner weiter! Würdet ihr euch bitte etwas beeilen?" Ein paar Meter von Serra entfernt war ein gigantischer Baum gewachsen. Seine Rinde war kohleschwarz und die Blätter von roten Adern durchdrungen. An ihrem Stamm lehnte Commander Ike´s Schatten. Engagiert um ihn zuschützen und jegliche Art von Aufträgen auszuführen. "Für ein paar Goldstücke ließe sich da durchaus was machen, meine Kleine..." Innes bewegte dies bloß zu einem schadenfrohen Schmunzeln.
"Lasst sie in Ruhe und kommt weiter, wir müssen noch eine Bleibe für die heutige Nacht suchen." Sein Schatten und Innes ließen sich das nicht zweimal sagen. Lute hingegen schien erst unentschlossen, zwang sich selbst dann aber dazu Serra zuhelfen. "Wir Frauen müssen doch zusammenhalten." Lute kam ihr näher um zuhelfen, aber Serra´s Ungeduld erreichte ihren Höhepunkt sodass sie, undankbar wie sie nunmal ist, Lute völlig ingorierte, aufstand und mit schnellem Fuß den Weg der Anderen teilte. Lute schaute ihr entgeistert nach.
Kapitel 2
Die Seemänner von Badon waren nicht das Lauteste was ihre Stadt zubieten hatte. Beim Anblick der angereisten Krieger verstummten sie allesamt. Massen von furchteinflößenden Schwerträgern und Magiern überfluteten die Hafenstadt mit einem glänzenden Strom der verschiedensten Elemente.
"Hihi, es ist schön zusehen wieviele Menschen extra für das anstehende Kampturnier angereist sind. Findest du nicht auch, Vater?" Ihr Vater, ein rüstiger Mann mittleren Alters, stand hinter seiner Tochter und beäugelte jeden Menschen, der ihren Weg kreuzte. "Durchaus. Ich freue mich darauf sie in der Arena am staubigen Boden zusehen."
"Vielleicht sollte ich eine Münze werfen um mir ein ungefähres Bild vom Ausgang des Turnieres zumachen. Was hieltest du davon, Lillina?" Joshua griff in seine Tasche und holte eine bronzene Münze hervor. "Kopf oder Zahl?" Bei diesen Worten machte sich ein unruhiger Ausdruck auf seinem Gesicht breit. Er war zweifellos ein Spieler.
Bevor Lillina die Möglichkeit bekam zuantworten, schritt ihr Vater ein. "Du Elendiger! Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du sie nicht mit diesem miesen Glücksspiel in Verbindung bringen sollst!?" Er schlug ihm die Münze aus der Hand. Sie landete auf dem Boden und rollte einige Meter weiter bis an den Schuh eines Mannes, nicht weit entfernt von der Gruppe.
Ohne ein Wort zu dem Dilemma von sich gelassen zuhaben, verstummten die Beteiligten sofort. "Was sollen eigentlich andere Menschen denken, wenn ihr euch aufführt wie kleine Kinder? Nehmt euch ein Beispiel an Lillina. Das Ganze dreht sich um sie und trotzdem hält sie sich fein raus. Lord Hector, ihr solltet euch schämen!" Während Lillina und Joshua sich ein breites Grinsen nicht verkneifen konnten, kochte ihr Vater bereits vor Wut. "Du Elendiger, komm her!!!" Er stürzte sich auf den Spieler und rung ihn zu Boden.
"Komm mit, Lillina. Lassen wir diese unreifen Strolche alleine. Dort drüben gibt es ungewöhnliche Folianten, die dich sicherlich interessieren könnten." Sie schien erfreut, schloß sich ihm an und machte sich mit ihm auf den Weg. Der Stand mitsamt Folianten war nicht weit von ihnen entfernt, doch kamen beide von ihrem eigentlichen Weg immer mehr ab. "Wir wollten uns doch die Folianten anschauen gehen, oder nicht?" "Ich muss vorher noch etwas erledigen. Es wird nicht lange dauern, das verspreche ich dir." Seine Augen funkelten unheimlich, doch das bemerkte Lillina kaum bis gar nicht. Sie gingen die große Straße entlang bis sie eine enge Seitenstraße erreichten. Bis hierher konnten die grellen Sonnenstrahlen nicht kommen, die Passage blieb dunkel. "Geh doch bitte schon einmal vor, meine Kleine." Er gab ihr einen kleinen Stoß und wies sie in die Richtung der Gasse. Sie machte ein paar Schritte und stand nun vor einer großen, blanken Mauer. An dieser Stelle war es am dunkelsten. "Ich habe Angst, Raven." "Die brauchst du nicht haben. Absolut nicht." Sein Herz umgab nun eine wollige Wärme.
Er war seinem Ziel so nahe. "Warte doch bitte noch einen Moment." Er ging zu einem verhüllten Mann an der Ecke der Straße und empfing unauffällig etwas von ihm. Bei der Übergabe fiel Raven eine Art Tättoowierung am rechten Handgelenk der unkenntlichen Person auf. Jedoch schenkte er dieser Kleinigkeit keinerlei zusätzliche Aufmerksamkeit.
Er nahm das Geschenk und verschwand nun auch um die Ecke in die Straße. "Was sollen wir hier?" Lillina war sichtlich beunruhigt. "Das werde Ich dir gleich zeigen." Lillina, die mit dem Gesicht zur Wand stand, bekam Nichts davon mit wie Raven sich langsam mit dem mittlerweile entarnten Dolch an sie heranschlich. Seine Gedanken hatten sich zu einem reinen Chaos entwickelt. Kurz bevor er zum finalen Stich ansetzen wollte, bekam er ein flaues Gefühl. Jedoch ignorierte es vollkommen. Er war zuweit gekommen als dass er nun aufgeben könnte.
"Raymond!" Eine hellte Stimme tauchte die Dunkelheit für einen Moment ins Licht. "Was macht ihr da? Kommt doch aus dieser dreckigen Straße heraus. Lord Hector und Joshua suchen euch beide schon die ganze Zeit." "Ah, Lucius. Onkel Lucius, Ich will zu meinem Vater. Es ist hier so gruselig." Sie rannte dem Licht entgegen und verließ den Platz, an dem sie ihr Leben lassen sollte.
Kapitel 3
Überraschenderweise war es nun Serra, die die Gruppe mit ihrem Tempo anführte. Sie war kein einfaches Mädchen, aber genau für diese Tatsache mochte man sie. Niemand konnte ihr je richtig böse sein.
"Ich warne dich , Serra! Sollten wir nicht bald eine Bleibe finden, vergesse Ich mich! Und Ich weiß wer darunter am meisten leiden wird!" Innes stoppte kurzerhand, doch provozierten seine Beschwerden bei seinen Begleitern keinerlei Reaktion. Nur der Schatten hatte einen Ratschlag für ihn parat. "Du verschwendest hier nur deine Energie, investiere sie lieber in den kommenden Weg." Der Einzige, der das Ganze mit einer einzigartigen Vernunft akzeptierte war ihr Anführer. Und er unterließ es mit den Anderen über solche Kleinigkeiten zudiskutieren. Er kannte das vorraussichtliche Resultat schon zu gut. Selten hatte sich etwas so schnell und fest in Ikes Gehirn gebrannt. Auch Lute nahm die gegenwärtige Situation gelassen hin. Sie sah in Ike eine Art Vorbild. Jedoch nur emotional. Was das Kampfgeschick anging, konnte ihr Niemand etwas vormachen. So dachte sie zumindest.
"Hört ihr das auch?" Die Führerin blieb plötzlich stehen und lauschte etwas, was nicht jeder in ihrer Umgebung hören konnte. "Was ist denn jetzt schon wieder los???" Nach einer kurzen Wendung des Körpers fragte Lute sich, wann Innes endlich explodieren würde. Kein Mensch könnte jemals soviel Aggressionen und Wut in sich beherbergen. Ob dieser Gedanke auf ihrer kindlichen Natur basierte?
"Meinst du die menschlichen Laute und sonderbaren Geräusche zwischen den Stimmen, Serra?" "Genau, mein Commander. Auf euch kann Ich mich immer verlassen." Sie schenkte ihm ein sympathisches Zwinkern, doch fing Ike es nicht auf und enttäuschte Serra ein wenig. "Volker, kannst die Richtung, aus der die Geräusche kommen, ausmachen?" "Schon geschehen. Gen Norden müssten wir ziehen sofern dies unser Vorhaben sein sollte." Eine Einigkeit hatte sich bei diesen Worten in der Gemeinschaft breit gemacht. Für jeden war klar, dass es in der Umgebung menschlicher Geräusche auch mögliche Unterkünfte geben müsste. Ohne ein Wort zusagen, selbst Innes verstummte durch die von Serra verursachte Überraschung, machten sich Ike´s Söldner auf den staubigen Weg um möglichst bald auf Menschen und willkommene Verpflegung treffen zukönnen.
Die Zeit verging und die Nacht läutete ein. Von den westlichen Bergen her konnte man das Heulen einiger Silberwölfe vernehmen und die Luft wurde von diversen Vogelarten geziert.
Bevor Innes die Möglichkeit bekam, sich auch nur ansatzweise zubeschweren, beruhigte die Dunkelheit ihn und brachte in ihm eine ungewöhnliche, schon fast beängstigende Toleranz und Stille hervor. "Ich kann Häuser sehen und den Geruch von diversen Speisen vernehmen, wir müssen also nicht mehr weit laufen." Die Worte aus dem Mund des Commanders ließen von den Schultern aller Beteiligten eine ungeheure Last fallen.
Bei dem Eintritt in die Stadt stach Innes ein gigantisches Schild ins Auge. Er las es mit zunehmender Begeisterung und appellierte an seine Begleitung. "Es dürfte klar sein, dass wir dort teilnehmen werden, oder?" Ike samt folgende Finsternis schien sichtlich von dem Gedanken angetan und beschloss kurzerhand das momentan ohnehin öde Leben durch ein großes Arenaturnier wieder lebenswert zumachen. "Hihi, ihr wisst doch noch wer euch auf diese ganze Stadt aufmerksam gemacht hat, oder?" "Wenn du es jetzt noch schaffst eine Bleibe für Nacht zufinden, gewinnst du vielleicht einen Funken Respekt von mir." Dieses mal regten seine Worte das Gemüt Serras. Sie tobte wild vor sich hin und bekam es nicht mit als die Männer der Truppe schon längst weitergezogen waren. Nur Lute blieb um sie zubegleiten. Sie streckte ihre zierlichen Arme aus um Serra aufzuhelfen. Sie fiel bei ihrem Tobsuchtsanfall zu Boden und bemerkte auch dies nicht. "Komm, wir müssen uns beeilen." Sie lächelte freundlich und verständnisvoll.
Serra stand auf und zog mit einem von Arroganz und schlichter Undankbarkeit geteilten Gesichtsausdruck nach. Verwirrt zurück blieb Lute.
Kapitel 4
Es dauerte nicht mehr lange bis die Finalteams aufeinander treffen würden. Sie galten beide nicht unbedingt als Favoritenteams, die Bezeichnung des Geheimtipps hätte mehr Verwendung gefunden. Die Mengen tobten und erwarteten einen kolossalen Kampf. Die Ungeduld schien bald ihren Höhepunkt zufinden. Jedoch war der Adrenalinpegel des Publikums nicht mit dem der Kontrahenten vergleichbar. Während die Einen sich die letzten Minuten durch kleine Spaziergänge vertrieben, regelten Andere ihre Kreisläufe durch Atemübungen.
"Vater, was ist denn los?" Hector schien das Gemetzel am sehnlichsten zuerwarten. Doch zerrte die Anspannung auch an ihm. "Beruhigt euch doch alle." Der Spieler warf wieder einmal eine Münze und er schien von dem Wurf sichtlich erfreut zusein. "Eine unnötige Aufregung ist das." "Da stimme Ich euch vollkommen zu, Raymond." "Du bist ein Anhänger der Kirche, Lucius. Ihr seid doch darauf getrimmt niemals die Geduld zuverlieren."
Der Arenasprecher kündigte den nahenden Kampf pompös an. Von diesem Zeitpunkt an verschwanden alle Zweifel auf beiden Seiten. Aufregung und Tatendrang blockierten sämtliche Gedankengänge. Es war soweit. Beide Teams standen sich gegenüber; das Eine selbstsicherer als das Andere. "Soso, ihr seid also unsere Finalgegner." Ike wandte sich kurz zu Volker. "Decke lieber unsere Gefährten als mich. Ich werde auf mich selbst aufpassen." Mit einem kurzen Nicken bestätigte er die Aufnahme der Bitte.
Bevor der Commander seine volle Aufmerksamkeit dem Gegner schenken konnte, schied einer seiner Gefährten schon aus. Unachtsamkeit kostete Serra das Leben in den gekauften Hallen. Paradoxerweise kochte die Stimmung nach ihrem Ableben noch mehr als zuvor. "Du hast mich zwar genervt, aber als Erste hättest du nicht sterben müssen." Innes setze seinen Großbogen an. Seine meisterhaften Bogenkünste sicherten dem Spieler die Fahrt in die Hölle. Doch bevor der Pfeil auch nur die Hälfte der Distanz hinter sich gebracht hatte, ging er in Flammen auf. Schließlich bohrte sich die pure Schnelligkeit kombiniert mit den Flammen der Rache in den Schädel des Unwürdigen. Lute ging der Verlust von Serra sehr nahe. Sie konnte ihn nicht ungesühnt lassen. Noch bevor der leblose Körper des Unmoralischen in den Staub fiel, kreutzen die Anführer der Gruppen ihre Waffen. "Ich habe lange auf Jemanden wie dich gewartet, mein junger Freund. Spüre meinen Stahl!" Mit einer gekonnten Seitwärtsrolle wich der Commander dem vernichtenden Hieb des Berserkers aus und setze zum Gegenangriff an. "Ihr seid in der Tat nicht schlecht. Und doch wird meine Klinge euer Schicksal in den nächsten Minuten besiegeln."
Während Lucius und Lute in ein magisches Duell verwickelt wurden, verging die Dunkelheit sich hinterrücks an Lord Hectors Tochter. Bei diesem Akt zeigten sich seine perversen Lüste. Für ihn war es nicht genug das Mädchen mit einem gezielten Schnitt durch die Kehle zutöten. Nein, er verging sich auch an dem leblosen Leib. Er weidete ihren Körper aus. Eine Ausweidung inmitten des Kampfes. Zuletzt warf er ihren zerbersteten Kopf ihrem Vater entgegen. Ja, es war das Letzte was er tat. Er hatte die Pflicht eines Anderen erfüllt. Schließlich fiel der Rabe über den Schatten her. "Das hätte Ich an deiner Stelle nicht getan." Er trennte jegliche Gliedmaßen von der manifestierten Dunkelheit. Lediglich der Torso mit dem grinsenden Schädel blieb unberührt. "Ich wünsche dir noch viel Spaß." Er lies ihn an Ort und Stelle liegen. Auch der erbitterte Kampf der Magier hatte mittlerweile ein rasches Ende gefunden. Ein Körper lag in Flammen. Raymonds Gewissen hatte also sein Ende gefunden. Doch zog dieser brennende Leichnam ein kleines Mädchen mit in dem Tod. Sein Licht hatte es zu sehr geschwächt.
Nun waren es noch vier. Der Kampf ging schneller vorüber als so mancher Zuschauer erwartet hatte. Die Einen schienen sichtlich enttäuscht, die Anderen wunderten sich, dass es solche guten Kämpfe noch zusehen gab. Das Ende schien also nicht mehr fern. 2 Paare auf dem Schlachtfeld bannten die Angereisten an ihre Plätze. Für den Einzelnen war aus dieser Entfernung nicht erkennbar wie angespannt die restlichen Teilnehmer waren. Es wechselte Niemand mehr ein Wort miteinander. Eine absolute Stille machte sich in der Arena breit. Welch eine Melancholie vorherrschte.
Innes, Meisterschütze, setzte zum entscheidenen Schuss an. Er wusste, dass Hector eine Nummer zu groß für ihn gewesen wäre. So wollte er wenigstens noch den kühlen Gegenüber ausschalten. Doch dieser bewegte sich strategisch vorteilhaft und ließ keinen Treffer zu. Zunächst. Raven schritt mit vielen, schnellen Bewegungen immer näher an Innes heran. Schließlich warf er seine Klinge in die Luft, sprang ebenfalls empor und versuchte nun mit voller Wucht auf den Fernkämpfer einzupreschen. Eine vergebliche Unternehmung. Denn bevor er den Boden erreichte, erreichte ein gut koordinierter Pfeil seine Brust und durchbohrte sie. Das Ende des Raben. Ein kurz anhaltendes Glücksgefühl. Denn im nächsten Moment flog eine Axt Richtung Innes und spaltete seinen Schädel. Der Kampf der Rivalen nahm sein makaberes Ende.
So standen sich Innes´ Vollstrecker Lord Hector und Commander Ike als Letzte gegenüber. Und die Arena glich immer mehr einem schaurigen Ort des Elends und Verderbens. Ihre Sohlen wurden von Blut getränkt und langsam machte sich der faulige Geruch des toten Leibes breit. Doch wer kampferprobt war, wusste, dass er sich von solchen Kleinigkeiten nicht ablenken lassen durfte. So begann das Spektakel. Die kalten Klingen trafen aufeinander und jeder Hieb war von mehr Emotionen erfüllt als der Vorherige. Die Finalisten erreichten ihre körperlichen Grenzen und der Kampf forderte sein Tribut...
Tja, die ganze Arbeit umsonst.
__________________
|
|
03.09.2008 13:57
|
|
Kirion
 [childish melody]

Dabei seit: 06.09.2007
Beiträge: 3135
Lieblings FE-Teil: Fire Emblem: Blazing Swords
RPG-Name: Tachibana Liam
Affinität: Anima

Level: 43
EXP: 69%

 |
|
So, damit da nicht irgendwelche Missverständnisse oder so vorkommen:
Es stand alles in den Regeln, die Einsendungen sollten per PN an Minstrow und mich geschickt werden. Gut, oft waren die Sachen zu lang, aber selbst da waren die meißten imstande nachzufragen, ob sie es an die Email-Adresse schicken können oder sie haben Bescheid gegeben, dass es an die Email-Adresse geschickt wurde.
Wenn mir einfach jemand ne Email schreibt, der hat, so Leid es mir tut, einfach Pech gehabt. Ich schau meine Emails zweimal am Tag nach, wenn ich nicht darum gebeten werde, und beim letzten mal war eben nichts da. Hätte ich noch ne PN bekommen, hät ich es evtl. noch reinnehmen können, da alles sich etwas verzögert hatte, aber die meißten waren sowieso zu spät (also nicht 19 Uhr oder so, sondern auch 21 Uhr...).
@ Sykes
Deine Story wäre so viel zu lang gewesen, das wären mehr als 4 Seiten, 3 war Maximum, evtl. etwas drüber o.o"
__________________
|
|
03.09.2008 14:03
|
|
Amano
Lost Child

Dabei seit: 05.08.2008
Beiträge: 309
Lieblings FE-Teil: FE 9
Affinität: Feuer

Level: 29
EXP: 83%
 |
|
Das ist mein vorletzter Platz. xD
Späte Rache
Eine sanfte Brise wehte über die Ebenen Sacaes. Mutter Erde und Vater Himmel gebaren die einzigartige Landschaft dieses Landes, erzählten die Ältesten der Stämme auch heute noch ihren Kinder. Alle Bewohner führten ein einfaches Leben, auch ohne luxuriöse Güter des Adels. Jeder Stamm führte noch weitere Subreligionen aus, doch der Grundgedanke blieb immer gleich.
Nach der dritten Schlacht gegen die Drachen schotteten sich viele Stämme voneinander ab, wegen dem Verrat während der dritten Schlacht. Ein einzelner Stamm verriet die restlichen, um Birans Anerkennung zu erhalten. Mit diesem Akt war in Sacae eine unheilvolle Zeit angebrochen. Aus diesem Grunde beschlossen einige Stämme fort zu ziehen, um einen weiteren Verrat auszuschließen. Dabei wurden Halbsacaer in ein einsames Gebiet verstoßen, da man glaubte, sie wären die ersten, die rebellieren würden.
Und so wurden die unreinen Sacaer in besagtes Gebiet verstoßen. Es war zwar nicht arm an natürlichen Grundlagen, doch es herrschte rege Einsamkeit. Kinder wurden von ihren Eltern getrennt, Rebellen wurden gnadenlos niedergestreckt. Die Halblinge waren in der Unterzahl, weshalb sie sich dem Willen der reiner Sacaer beugen mussten.
Mit der Zeit gewöhnten sich alle an die neue Situation, doch ein nächtliches Zischen ließ sie jede Nacht erschaudern.
In noch weiterer Ferne als das Dorf der Halblinge schwang ein junger Mann seine Klinge mit unglaublichem Elan. Doch nicht nur seine graziöse Schwertführung, nein, auch die Wirkung dieser war einfach unvergleichlich.
„Fühle den Wind... und die Erde... Werde eins mit Sacae...“, dachte der Myrmidone während jedem seiner Schwünge konzentriert. Sein Ziel war fest und ohne Kompromisse wollte er dieses erfüllen. Sein Erzfeind lehrte ihm dieses Gedankengut. Gerade aus diesem Grund wollte er ihm ebenbürtig sein. Nach einigen weiteren Hieben brach der recht junge Schwertkämpfer in sich zusammen.
„Ich darf nicht... aufgeben!“, ermutigte sich der Myrmidone und stand wieder auf, sein Gesicht vor Erschöpfung verzerrt. Mit letzter Kraft schwang er sein Schwert ein weiteres mal und musste sich für einen kurzen Moment von diesem Hieb zuerst mental erholen. Ein schneidender Wind entfloss seiner Klinge. Selbst seine braunen Haare schwangen mit der erzeugten Windklinge. Er hatte es geschafft! Er begriff nun die Stärke seines Feindes.
„Vater... nun kann ich dich endlich rächen. Mit Roys Hilfe gelang es mir Bern zu bezwingen... Mutter... Ruhe in Frieden...“
Mit einem zufriedenen Ausdruck legte er sich an einen Baum und erholte sich bis zum Morgengrauen.
Seitdem suchte er seinen Erzfeind Karel. Er marschierte über Berge und Täler, durch Schnee und Wälder, durch Städte und Dörfer. Schließlich traf er ihn im Haus seiner verstorbenen Eltern.
„Du bist stärker geworden, Rutger.“, begrüßte ihn der Schwertheilige, der auf einem hölzernen Stuhl saß. Vor diesem erstreckte sich ein runder Tisch, der Rutger daran hinderte, den Mörder seines Vaters mit seiner wutentbrannten Klinge niederzustrecken.
„Du wagst es hier auch noch aufzukreuzen?! Wieso entweihst du jetzt sogar den Wohnort meiner Eltern?! Hat dir das Blut meines Vaters nicht gereicht?!“, brüllte der braunhaarige aufgebrachter denn je. Tatsächlich hinderte nur der runde Holztisch den sonst stillen Rutger daran, seinen Peiniger erbluten zu sehen.
Dieser spreizte nur seine Hände aneinander und lehnte seinen Kopf an die Tischkante, sah Rutger dabei aber an. „Wo ist Raine?“, fragte Karel ruhig und ohne böse Absichten.
Rutgers Adern pulsierten, er zitterte am ganzen Leibe, als er sich an jenen Nachmittag erinnerte.
Nach dem Tod seines Vaters, zogen Rutger und seine Mutter nach Lycia. Sie fanden Frieden und lebten weiter. Raine war nach dem Tode ihres Ehemannes sehr kränklich, weshalb Rutger es nicht übers Herz brachte, sie zu verlassen und auf Reisen zu gehen. In einer ruhigen Nacht sollte diese Idylle jedoch ein Ende finden. Birans Truppen marschierten ohne Warnung in das Dorf ein und töteten jeden seiner Einwohner. Rutger floh mit seiner Mutter, doch letztlich durchbohrte sie ein Pfeil. Rutger rannte weg. Er ließ seine Mutter zurück, aus Angst, sein eigenes Leben zu lassen.
Die Bilder der Vergangenheit erschienen vor seinen Augen. „Sie ist... tot...“, antwortete er mit bebendem Unterton, „Biran hat sie umgebracht... Wäre Vater noch am Leben, wäre sie nicht tot. Du bist schuld an allem, Karel!“.
Karel stand auf. Er zeigte es nicht, doch war er bedrückt. War er wirklich für alles verantwortlich? War selbst Raines Tod sein Verschulden? Sein Gesicht halb von seinen Haaren verdeckt, verließ er das Haus mit den Worten: „Mein Schwert ergriff damals Besitz von mir, ich wollte nur mehr und mehr Blut sehen. Ich ver--!“.
Plötzlich spürte er eine Klinge seinen Bauch durchbohren. Es war ein brennender Schmerz, der ihn auf den Boden zwang. „Rutger... Es... tut mir Leid... Mein...“, sagte er, bevor ihn sein Leben verließ. Rutger ließ seine, vom Blut befleckte, Klinge fallen. Er schlenderte zu dem Toten und bückte sich zu ihm nieder.
„Du hast zu viel getan, Onkel Karel... Du hast zu viele Familien zerstört...“
Einsam stand Rutger vor zwei Gräbern, beide mit einem Schwert verziert. Rutger kniete vor ihnen nieder und erwies ihnen die letzte Ehre. Danach war er verschwunden.
„Lebt wohl... Vater... Onkel Karel...“
Ein Jahr später...
Der Rebellentruppe des Halblingstammes gelang Unglaubliches: Dank eines mysteriösen Schwertkämpfers konnten die Halbsacaer wieder in ihre Heimat zurückkehren. Der Schwertkämpfer verschwand jedoch so plötzlich, wie er erschien. Seine Tat war für lange Zeit im Gespräch...
__________________
|
|
03.09.2008 14:51
|
|
Silberfuchs
Schüler

Dabei seit: 01.08.2008
Beiträge: 20
Lieblings FE-Teil: Rekka no Ken
Affinität:
Level: 18
EXP: 48%
 |
|
Gut, dann poste ich meine Geschichte auch mal.^^ Und herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!
Homo homini lupus est
Sanft streichelt das kräftige, junge Gras meine mit leichtem Hirschleder bedeckten Füße. Es war ein einladender Frühlingstag gewesen, der strahlend blaue Himmel war hier und da von einem milden, warmen Regenschauer durchbrochen worden, der den Duft der Harze, Sträucher und Blütendolden des Waldes, in dem wir uns zur Nacht niedergelassen hatten, intensiviert hatte. Gierig sauge ich den betörenden, süßen Geruch ein, fülle meine Lunge mit der berauschenden Nachtluft, während ich zielstrebig meinen Weg fortsetze und bedächtig über das dichte Wurzelwerk der knorrigen Bäume steige. Vorsichtig setze ich einen Fuß vor den anderen, während meine grasgrünen Augen wachsam zwischen den Bäumen hin- und herhetzen und meine Hand kampfbereit um den Griff meines saceanischen Schwerts geschlossen ist. Meine Nerven sind bis zum Zerreißen gespannt, vergeblich versuche ich, jeden noch so kleinen Winkel und jede noch so versteckte Ecke in meiner Umgebung zu beobachten. Ich kann nicht einmal annähernd sagen, wie lange ich schon durch die Dunkelheit streife, ob es nur Minuten, Stunden oder schon die halbe Nacht ist, doch je länger ich wandere, desto mehr enervieren mich meine Haare, die sich aus meinem Zopf gelöst haben und sanft und neckisch meinen Nacken kitzeln, desto mehr beunruhigt mich die Stille, desto mehr bringen mich die Schatten der Erlen und Eichen und Eschen aus der Fassung…
„ Wie lange wollt Ihr mich noch warten lassen?“ Ungeduld erfasst mich, wobei sich meine Hand unwillkürlich enger um den Schwertgriff meiner Waffe schließt. „ Verlasse das Lager, wenn alle schlafen und träumen- ich finde dich…“ Kalt hallt seine Stimme in meinem Kopf wider. Mein Herz schlägt schnell, ich will kämpfen, will mich beweisen, will zeigen, dass ich es wert bin, von ihm unterrichtet zu werden! Doch je weiter ich in die Dunkelheit vordringe, desto mehr zweifle ich an der Aufrichtigkeit seiner Worte…
Plötzlich ertönt ein Knacken hinter mir. Leise, nur für den Bruchteil einer Sekunde- war es überhaupt da gewesen? Blitzschnell fahre ich herum, reiße mein Schwert aus der Scheide und schlage, mehr von meinem Instinkt als von meinem Verstand geleitet, in die Dunkelheit. Mit einem lauten, kreischenden Klirren prallt Stahl auf Stahl und die Finsternis wird von leuchtenden Funken zerrissen, während eine Schar von Krähen aufgeschreckt aus den dichten Laubbäumen hervorbricht und in den Nachthimmel aufsteigt. Krampfhaft stemme ich mich gegen den Angreifer, der mir in den Schatten aufgelauert und darauf gewartet hat, dass ich einen Fehler mache. „…Meister Karel?“ Ungewollt leise dringt meine Stimme aus meinem Mund, was meinem Meister ein amüsiertes, furchteinflößendes Lächeln entlockt. „ Ich hatte gesagt, dass ich dich finden würde“, erwidert der gefürchtete Krieger mit rauer Stimme, „ und was ich sehe, gefällt mir!“ Ein Blitzen durchfährt seine kalten, toten Augen, bevor er seine Kräfte mobilisiert und mich, ehe ich weiß, wie mir geschieht, zurückwirft. Schmerzhaft schlage ich gegen einen jungen, kräftigen Baumstamm, doch anstatt auf meinen Rücken zu achten, bannen mich die nächsten Worte des Schwertdämonen, den ich im Dickicht nur als unheilvollen Schemen erkennen kann. „ Beweise mir, dass du es wert bist, mein Schüler zu werden…beweise mir, dass du es wert bist, zu leben, Guy von den Kutolah!!“
Seine Stimme schallt in meinen Ohren und rast durch meinen Kopf. In blinzle in der Hoffnung, meinen Geist zu befreien, mich auf den bevorstehenden Kampf konzentrieren zu können, doch dieser Bruchteil einer Sekunde hatte gereicht, um Karel die Gelegenheit zu geben, sich wieder mit der Schwärze der Nacht und dem labyrinthartigen Baumgeflecht zu verbinden und vollkommen zu verschwinden. Reflexartig packe ich mein Schwert mit beiden Händen und presse meinen Rücken gegen den Stamm einer jungen Eiche, um einem weiteren Hinterhalt zu entgehen. Meine Augen rasen im gleichen Takt wie mein Herz von rechts nach links, doch ehe ich mich versehe, schießt eine Gestalt vor mir empor. Verschreckt reiße ich meine Augen auf, bevor die Klinge des bestienhaften Mannes erneut auf meine trifft und die Wucht des Aufpralls mich durchschüttelt. Verbissen halte ich gegen die Waffe meines Meisters, ich fletsche die Zähne und atme laut ein und aus, während meine Augen, die sich nach der langen Zeit des Wanderns an die schlechten Lichtverhältnisse gewöhnt haben, die Augen des gefürchteten Schwertdämonen suchen. Beinahe mühelos hält er mich in Schach, wobei ein undeutbarer, zutiefst beunruhigender Schimmer seinen Blick verschleiert. Langsam, fast in Zeitlupe, verformt sich sein Mund zu einem diabolischen Grinsen, das mich erschaudern lässt. „ Du hast gute Reflexe…aber hast du auch Ausdauer?“
Kraftvoll stößt sich der berüchtigte Schwertmeister vom Boden ab, bevor er mit der Präzision eines Falken und der Stärke eines Bären erneut ausholt und einen wuchtigen Hieb gegen mich ausführt. Geschickt ducke ich mich unter der surrenden Klinge hinweg, sodass die Schneide des östlichen Schwertes in der Baumrinde eine Kerbe hinterlässt. Ich schlucke hart und blicke mich gehetzt um, sodass ich erkennen kann, wie Meister Karels schemenhafte Gestalt eine geschmeidige, katzenhafte Drehung vollführt und den Schwung ausnutzt, um seine Klinge erneut in meine Richtung zu treiben. Ich pariere den harten Schlag und versuche ihn fortzudrängen, doch anstatt meine Klinge zu fürchten, stellt er sich ihr mit felsenhafter Entschlossenheit in den Weg und weicht keinen einzigen Zentimeter zurück. Unbehagen überkommt mich, eine grausame, kalte Panik, denn jedes Mal, wenn das Klirren oder das metallene Wetzen ertönt, scheint er enthusiastischer und wilder zu werden.
„ WEG!“ Wie ein Blitz durchfährt mich der Gedanke, als ich erneut zurückgeworfen werde und das Schwert abwehrend vor meinen Körper halte. „ Dieser Mann ist…dämonisch, er ist überall und nirgends…so habe ich keine Chance!“ Rasselnd dringt der Atem aus meinen Lungen, während ich meinen zuverlässigen Schnitter fester mit beiden Händen umschließe und meine Muskeln anspanne. Dieses Duell ist mein Duell, es ist meine Gelegenheit, sein Schüler zu werden, der Moment, in dem ich meine Fähigkeiten unter Beweis stellen kann, jetzt und nur jetzt!! Ich darf nicht versagen…ich muss ihm demonstrieren, wer ich bin…
Mit einem Zischen zerteilt das verschrieene Wo Dao die Luft neben meinem rechten Ohr, doch diesmal bin ich vorbereitet. Mit einem lauten, herausfordernden Schrei schlage ich die Waffe weg, bevor sie mir zu Nahe kommen kann. Wieder erhasche ich für einen kleinen Moment einen Blick auf die Augen des größten Kämpfers, den ich kenne- sie glänzen freudig, sind erfüllt von wahnsinnigem Vergnügen…
Wir messen unsere Kräfte, es ist wie glühendes Feuer, welches auf eine frostige Eisschicht prallt. Wieder und wieder schlagen die Waffen gegeneinander, ich weiche Meister Karel knapp aus, er entwindet sich meinen Schlägen mit sicheren Bewegungen, die von einem Leben im Zeichen des Schwertes zeugen. Wir treiben uns voran, bahnen uns unseren Weg durch die Büsche und Sträucher und zerteilen kleine Äste, während die Nacht immer weiter voranschreitet. Dann, ganz plötzlich, durchbricht ein heller Schein die Baumreihen. Wie ein Peitschenhieb durchzuckt mich die verheißungsvolle Erkenntnis, die mein Herz einen freudigen Hüpfer vollführen lässt. Eine Lichtung! Wenn wir auf der Lichtung kämpfen, kann Karel den Wald nicht zu seinem Vorteil nutzen, er muss in den Mondschein hinaustreten und ohne Verstecke arbeiten, mir von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen!
Obwohl mich der Schlagabtausch eine Menge Kraft gekostet hat, beflügelt mich der Gedanke, dem Duell endlich eine Wendung geben zu können. Ich schere mich kaum noch darum, dass der gefürchtete Schwertteufel plötzlich wieder neben mir stehen könnte, so sehr bin ich auf den rettenden Lichtschein fixiert. Die kleinen, dornigen Äste der Hecken verhaken sich in meiner Hose und reißen winzige Löcher in den feinen Stoff, den die Frauen der Ebenen von Sacae gefertigt haben, während ich mein Schwert dazu benutze, die störenden, tiefhängenden Zweige der Bäume abzuhacken. Kein Hindernis darf mir im Weg stehen, ich muss diese Lichtung erreichen, koste es, was es wolle!
Der Schweiß steht auf meiner Stirn, doch als ich die letzen Zentimeter überwunden habe und aus den Baumreihen ausbrechen kann, durchflutet mich belebende Erleichterung. Keine einzige Wolke steht am Himmel und der Vollmond taucht das kreisrunde, kahle Fleckchen Erde in gespenstisches, silbernes Licht. Wie der Ring einer Arena liegt die Lichtung vor mir, es ist fast so, als hätte die Natur sie extra für diese Nacht, für diesen Kampf geschaffen…
Plötzlich bricht Karel mit der Geschwindigkeit eines Wolfes aus dem Pflanzendickicht hervor, worauf ich sofort wieder mein Schwert packe und zurückspringe, doch anstatt mich anzugreifen, richtet sich mein Gegner auf und hebt seinen Kopf langsam in Richtung des Mondes. Noch einmal verstärke ich den Griff, sodass das grobe Lederband, das ich um den Schwertgriff gewickelt habe, unangenehm gegen meine Handinnenflächen drückt. Das ist die Gelegenheit…er rechnet nicht mit meinem Angriff, sein Schwert ist auf den Boden gerichtet und seine rechte Schulter ist meiner Attacke schutzlos ausgeliefert!
Ein diebisches Grinsen erscheint auf meinen Lippen, bevor ich mich mit aller Kraft vom nassen Gras abstoße und hochspringe, während ich bedrohlich mit meinem Schwert aushole. „ DIESER KAMPF IST VORBEI!!“ Blitzschnell dreht sich Karel zu mir und das schmale, kobaldhafte Lächeln, zu dem sich sein Mund verzogen hat, lässt mir augenblicklich das Blut in den Adern gefrieren. Verschwörerisch erklingt die Stimme des Schwertdämonen, von dem ich langsam wirklich nicht mehr glauben kann, dass er ein Mensch aus Fleisch und Blut sein soll. „..das sehe ich genauso…“ Verschreckt reiße ich die Augen auf, als sein Schwert wie eine glühend weiße Schlange durch die Luft zuckt und er meinen von oben ausgeführten Hieb mühelos abblockt. Während der endlosen Minuten im Wald habe ich nur erahnen können, was er dachte und wie sein Blick war, doch jetzt kann ich geradewegs in seine pechschwarzen, versengenden Augen schauen und das, was da zurückstarrt, sind nicht die Augen eines Menschen. Es sind die Augen eines Tieres, eines Wolfes, oder besser eines Werwolfes…
Noch bevor meine Füße erneut den Boden berühren können, setzt Meister Karel zu einem Konterangriff an. Seine Hiebe prasseln wie ein metallener Regen auf mich nieder, wie stählerne Hagelkörner. Tausende Gedanken schießen mir durch den Kopf, während er mich weiter und weiter zurückdrängt und ich auf seine rabenschwarze, wütende Gestalt blicke, die sich vor der silbernen Mondscheibe abzeichnet. Noch vor einer Minute hatte ich gedacht, dass ich eine Chance hatte, dass ich ihn vielleicht in eine Ecke hätte drängen können…doch jetzt ist alles aussichtslos geworden…
Schließlich weicht auch die letzte Kraft aus meinen Knochen, was auch Meister Karel spürt. Ein letztes Mal blitzt es in seinen Augen, als er all seine Stärke in seinen finalen Hieb legt, mit dem er mir meinen Schnitter in hohem Bogen aus der Hand schlägt, der mit einem dumpfen Geräusch auf dem feuchten Gras landet. Schutzlos stehe ich vor ihm und starre ihn mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und Hilflosigkeit an, während er sein Schwert quälend langsam hochhebt und die Spitze des kalten Metalls an meine Kehle setzt. „ Guy…“ Ich vermag die Betonung, mit der er meinen Namen ausspricht, nicht zu deuten, weshalb ich einfach nur stocksteif dastehe und krampfhaft versuche, nicht die Augen zu verschließen. Was auch immer jetzt kommt, ich will es wie ein Mann aufnehmen und nicht wie ein Feigling …
Langsam beugt Karel seinen Oberkörper nach vorne, wobei ihm sein langes, schwarzes Haar über die Schulter fällt und so einen Teil seines Gesichts verhüllt. „ Du musst noch eine ganze Menge lernen, Guy…“, belehrt mich der saceanische Schwertdämon, bevor er, mit einem kaum erkennbaren Lächeln auf den Lippen, das Schwert von meiner Kehle entfernt und ich mir ein lautes Ausatmen nicht verkneifen kann. „ Und ich bin bereit, dir das beizubringen, was dir fehlt.“ Ungläubig weiten sich meine Augen und ich hebe meinen Kopf, um in das Gesicht des schlanken Kriegers zu schauen. Meint er das wirklich ernst oder hat mir der Kampf den Verstand vernebelt? „ Ihr…Ihr akzeptiert mich als Euren Schüler?“ Ein stummes Nicken ist die Antwort des Schwertmeisters, doch bevor ich auch nur ein weiteres Wort verlieren kann, kehrt er mir den Rücken zu. „ Freu dich nicht zu früh, Guy“, ermahnt er mich mit beschwörender Stimme, „ meine Schule wird keine leichte Schule sein. Und es kann gut sein, dass du so endest, wie ich- als Schwertdämon.“ Mit diesen Worten lässt mich Meister Karel auf der Lichtung zurück, wo ich noch lange stehen bleibe und über seine Worte nachdenke. Unbehagen und Erregung erfüllen mich zur gleichen Zeit…ich kann es kaum erwarten, mit den Übungen zu beginnen…
__________________
Charakter
|
|
03.09.2008 17:58
|
|
Cheyenne
...lonely...kesi

Dabei seit: 23.05.2008
Beiträge: 404
RPG-Name: Maron
Affinität: Anima
Level: 31
EXP: 53%
 |
|
Hier auch noch meine Geschichte, die ich in der Nacht zuvor noch geschrieben habe^^'
Das Resultat ist dem entsprechend kurz und auch nicht gut xD''
aber trotzdem noch viel spass beim lesen ^-^
Draußen dunkelte es schon, als die Gestalt einer Frau, in Schwarz gehüllt, von einer Säule zur anderen schlich und dabei immer wieder nervöse Blicke in alle Richtungen warf. Bei der letzten Säule blieb sie stehen und kniete sich nieder. Im Schatten verborgen, lauschte sie den männlichen Stimmen, wobei ihr ein eisiger Schauer über den Rücken lief, als sie deren Gespräch vernahm.
Die Stimmen der beiden Männer wurden zusehends lauter, doch gleich darauf wieder so tödlich leise, dass die Spannung zwischen den beiden schon fast bis in die Knochen zu spüren war. Doch von einer Minute auf die andere verflog dies alles, die Männer wandten sich ab und verschwanden aus der Sicht der Gestalt. Diese blieb noch einen Augenblick lang knien, bis sie ihre wirren Gedanken und Gefühle in Ordnung gebracht hatte. Erst dann erhob sie sich und wollte sich auf demselben Weg zurück schleichen, wie sie schon gekommen war. Doch die eisig kalte Stimme hinter hier, lies sie inne halten und erschaudern.
Es war soweit. Leilas Zeit war gekommen um zu sterben und sie für ihre Sünden und Begehen sterben zu lassen.
Es herrschte eine Sternenklare Nacht, in der eine sanfte Brise vom Meer her über die Stadt Badon wehte. Ein Streunender Hund schnüffelte im Abfall nach Resten von Essen, aber ohne Erfolg, wobei er aber den Geruch von näher kommenden Kriegern wahr nahm. Den Schwanz eingezogen, verschwand der Hund um eine Ecke und nicht mehr zu sehen.
Zwei gelbe Augen blickten aus einer dunklen Nische zu den herannahenden Gestalten. Sie trugen Waffen bei sich, Schwerter, die sie für einen Kampf bereithielten.
„Warum musste gerade solch ein Idiot, wie ihr es seit, mit mir zusammen diesen Auftrag ausführen?“ Hörte man die leise dunkle Stimme eines Mannes, der sich grimmig suchend umsah.
„Seit Still, oder wollt ihr, das man uns doch entdecken wird?“ Zischte der Andere wütend und unterdrückte den Zorn, der ihn fast zu überwältigen drohte, seit er mit diesem Kerl alleine unterwegs war. Er war Schuld am Tod seiner geliebten Leila. Jaffar hatte sie mit Absicht umgebracht, ohne vorher gewusst zu haben, welche Folgen das haben würde.
Matthews Hände ballten sich zu Fäusten, als er sich versuchte zu beruhigen. Jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt und Ort um Rache zu begehen. Doch die Zeit würde alles mit sich bringen. Oh ja, alles!
Als die Beiden Gestalten an einem Haus vorbeigingen, fing ein Hund an zu bellen und wollte nicht mehr aufhören. „Herr Gott, du Idiot….“ Fluchte Jaffar und stieß den anderen Mann um die Ecke in eine Seitengasse. Wenn der Hund sie entdeckt hatte und deswegen angefangen hatte zu bellen, dann war es aus mit ihnen, so wenn man die beiden Krieger fand.
Diese schlichen, so schnell es ging, einen Pfad entlang der zum Stadtäußeren führte. Von dort aus hatten sie es nicht mehr weit bis zum Wald und schließlich zum Lager.
Den letzten Teil bis zum Wald rannten die Krieger und machten daraus unbewusst ein Rennen daraus. Sie warfen sich wütende Blicke zu und schließlich stellte Matthew dem Andern ein Bein und ließ sich auf ihn fallen.
Nun hatte er den Andern endlich mal in seiner Gewalt und konnte ihm das zurückzahlen was er Leila angetan hatte. Er würde ihn genauso quälen lassen, wie er vermutete, hatte Jaffar Leila quälen lassen. Es war ihm zur Zeit egal, dass Nino Jaffar liebte und Matthew die Beiden eigentlich akzeptieren sollte, da sie zu Gruppe gehörten, zu ihren Verbündeten und nicht zu ihren Feinden. „Jetzt wirst du dafür büssen, dass du Leila ermordet hast!“ zischte Matthew dicht am Ohr des anderen Mannes, während er sich auf ihn kniete und sein Schwert hervorzog. Dieses hielt er dem andern unter das Kinn und ließ die Klinge ein wenig in dessen Hals eindringen, sodass einige Blut Tropfen hervorquollen. Die Augen des Täters waren vor Zorn gefüllt und sprühten Funken auf den andern Mann nieder. Am liebsten hätte der er dem Mann unter ihm sogleich den Kopf abgeschnitten. Doch dann hätte er nicht die gleichen Qualen erlitten, wie… wie… Ein Stöhnen war zu hören, als Jaffar sich zur Wehr setzte und dem andern einen Kräftigen Hieb mit dem Knie in sein Hinterteil gab. Dieser rollte sich zur Seite und stand geschwind auf. Die beiden funkelten sich an. Es gab nichts mehr mit reden zu retten. Jetzt zählte nur noch Leben oder Tod.
Einen Schritt nach rechts, dann weitere drei Schritte und schließlich schoss ein Krieger nach vorn und griff an, doch der andere wehrte ab und machte einen Satz zur Seite. Keiner ließ den andern aus den Augen. Auch nicht als aus der Ferne leichtes Hufgetrappel zu hören war und ein braunes Pferd mit einer jungen Frau auf dem Rücken auf sie zugaloppiert kam.
Der nächste Schwerthieb traf Jaffar an der Schulter und er stürzte zu Boden, die Waffe umklammert, die er noch in den Händen hielt.
Matthew holte zum letzten Schlaf aus... „HALT!!! AUFHÖREN MATTHEW!!!“ Drang eine laute Frauenstimme an die Ohren der beiden Männer. Mitten in der Bewegung von Matthew, fiel das Schwert zu Boden und landete klirrend auf dem erdigen Boden. Der Krieger stand wie versteinert da. Kaum glaubend was er da eben fast getan hätte, wenn Nino nicht geschrieen hätte. Die junge Frau eilte auf den am Boden liegenden, verletzten Mann zu und zog Kräuter aus ihrem Beutel um ihre Taille. Zwei Blätter von den Kräutern schob sie dem Mann in den Mund, der sie würgend ass. „Jaffar…“ flehte Nino leise. „Jaffar… steht auf und kommt zurück zum Lager… hört Ihr? Das ist nur eine kleine Wunde…“
Dieser nickte nur und versuchte aufzustehen, doch ein stechender Schmerz schoss durch seine Schulter und er sank stöhnend wieder zurück auf den Boden. Matthew hatte dabei zugesehen, obwohl er eiligst zurück ins Lager und Jaffar nie mehr sehen wollte. Doch ihm wurde bewusst, dass das falsch wäre. Er hatte seinen neuen Verbündeten verletzt, da dieser Fehler gemacht hatte. Doch sollte er deswegen auch den gleichen Fehler begehen wie er? Nein, das würde er nicht… niemals. Mit zögernden Schritten ging er auf den verletzten Krieger zu und hob ihn auf seine Arme, um ihn sogleich auf den Rücken des Pferdes zu setzten. „Tut mir Leid…“ flüsterte er in einem entschuldigenden Tonfall und machte einen Schritt weg. Doch er wurde durch eine Hand an seinem Handgelenk verhindert zu gehen. „Ich hätte so gehandelt wie du… Ich hätte dich getötet, egal wer gekommen wäre, oder wer nicht, egal was geschehen wäre. Ich hätte dich getötet, nur das du es weißt.“ vernahm Matthew die Stimme des verletzten Kriegs und sah ihm nochmals in die Augen. „Dann bin ich froh, dass ich es war und nicht du, der mich umbringen wollte.“ Mit diesen Worten schritt er davon,, in den Wald hinein auf eine Lichtung zu, auf der ihr Lager errichtet worden war.
__________________
|
|
03.09.2008 19:48
|
|
Sulaco
Schüler

Dabei seit: 12.11.2007
Beiträge: 22
Lieblings FE-Teil: Fire Emblem 8: The Sacred Stones
Affinität:
Level: 19
EXP: 95%
 |
|
Ich habe es leider nicht mehr rechtzeitig geschafft meine Geschichte einzusenden. (habe auch erst zu spät gelesen, dass das bis 18:00 geschehen muss) Ich möchte meine Story hier trotzdem zum Besten geben. Wünsche allen viel Spaß beim Lesen und hoffe sie gefällt euch.
PS: Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner!
Ein Kampf für die Freiheit
Es war eine bitterkalte Nacht in der Wüste von Jehanna, der Heimat vieler ruhmreicher Söldnerkönige, die sich durch ihr Können und ihr Leben im Namen des Schwertes seit Jahrhunderten behaupteten. In die Reihe dieser glorreichen Könige reihte sich ein junger Mann namens Joshua ein, bekannter unter dem Namen „Wind des Todes“. Diesen Namen verdiente er sich durch den Einsatz des Schatzes Jehannas, dem heiligen Windschwert in der großen Schlacht gegen den Dämonenkönig an der Seite von König Ephraim und Prinzessin Eirika. Nach der großen Schlacht kehrte er in seine Heimat Jehanna zurück, bestattete seine Mutter, „die Heilige des Schwertes“ Ismaire, heiratete die Liebe seines Lebens, eine Geistliche mit dem Namen Natasha und widmete seine Kraft dem Wiederaufbau der Halle von Jehanna.
In dieser kalten Nacht, als eisige Winde durch die riesigen mit Wandteppichen behangenen Flure zogen, saß Joshua wach vor dem Kamin und bekam keinen Schlaf. Als seine geliebte Natasha dessen gewahr wurde, suchte sie ihn, fand ihn schnell, schmiegte sich sanft an ihn und sprach: “Mein Liebster, was hast du? Fühlst du dich nicht gut?“ Darauf erwiderte Joshua ruhig: „Mit mir ist alles in Ordnung. Ich kann nur nicht schlafen. Mach dir keine Sorgen.“ „Du denkst, ich hätte es nicht bemerkt, oder? Aber ich habe es. Den ganzen Tag über warst du so still. Hast dich gezwungen zu lächeln. Du bist ein guter Spieler, aber mich täuschst du nicht wie unsere Diener“, sagte sie mit ernster Miene. Er nahm ihre Hand und küsste sie sanft, dann sagte er beschwichtigend: „Ich schätze du kennst mich einfach zu gut, meine Liebe. Weißt du denn, was heute für ein Tag ist?“ „Tut mir Leid, ich weiß es nicht“, musste sie zugeben, “verrätst du es mir?“ Joshua setzte sich erneut ein kleines Lächeln auf, ehe er zu einer Antwort überging: „Heute ist ihr Todestag!“ „Verzeih Liebster, ich vergaß“, erwiderte sie, wie aus Reflex, umarmte ihren Liebsten und fragte dann bekümmert: „Es ist inzwischen ein ganzes Jahr her, aber du trauerst noch als wäre es gestern. Ich mache mir Sorgen. Warum lässt dich der Tod deiner Mutter nicht los? Gibst du dir etwa die Schuld an ihrem Ableben? Das solltest du nicht. Du hättest es nicht verhindern können und du hast getan, was du konntest.“ Nach diesen Worten sprang Joshua auf, wandte sich zum Kamin und sprach anfangs leise, dann mit gesteigerter Lautstärke: „Es ist meine Schuld. Ich war nicht hier! Ich konnte ihr nicht helfen, weil ich sie verlassen hab!“ Dann beruhigte er sich wieder etwas, bewegte sich zu seiner Natasha und sprach weiter: „Und ... ich weiß nicht einmal mehr genau wieso ich fortging. Ich war so töricht.“ „Komm Liebster, setze dich zu mir und erzähle deine Geschichte. Du musst dir das von der Seele sprechen. Ich werde dich anhören. Komm!“, beschwichtigte sie ihn.
Er tat, wie sie wünschte und begann zu erzählen: „Es ist nun schon recht lange her, etwa ein Jahr vor Kriegsbeginn durch Grados Streitmacht, da gab es Unruhen in Jehanna. Viele Söldner verließen das Land. Ismaire war sehr aufgebracht deswegen ... und sehr beschäftigt. Mich hingegen kümmerte das weniger. Ich dachte mir nur: ´ein Söldner geht stets dort hin, wo er Geld verdienen kann.´ Wie wir wissen, wurden viele Söldner von Grado zu dieser Zeit angeheuert. Ich habe sie ... beneidet. Ich wollte auch so frei sein wie sie. Etwas erleben, meine Schwertkunst erproben, die Welt sehen und neue Gesichter kennen lernen, das wollte ich. Das Leben in der Wüste war mir zur Qual geworden. Also beschloss ich zu gehen.“ Joshua unterbrach kurz, weil Natasha es sich gemütlicher machte. Als sie ihre neue Position fand, fragte sie ihn: „Hast du es deiner Mutter gesagt? Hast du ihr gesagt wie du dich fühlst?“ „Nein“, erwiderte Joshua, „und wenn ich es versucht hätte, so hätte es doch nichts gebracht. Sie hatte keine Zeit, ... keine Zeit für ihren Sohn. Ich beschloss es niemandem zu sagen, niemanden außer...“ Joshua unterbrach erneut und senkte seinen Blick mit einem Geräusch einem Seufzen gleich. Aber noch ehe Natasha Besorgnis bekunden konnte erzählte er weiter: „Es gab zu dieser Zeit in meinem Leben nur eine Person, der ich absolut vertraute. Garneff war der einzige, den ich Freund nennen konnte. Ihm habe ich mich anvertraut. Ich dachte er würde mich verstehen. Doch leider ... kam es anders. Er redete auf mich ein, versuchte mir den Gedanken von dannen zu ziehen auszureden! Ich jedoch blieb stur, wollte mich durchsetzen. So entbrannte zwischen uns ein heftiger Streit. Er drohte mir damit Ismaire zu verständigen. Das ließ mich jedoch völlig kalt. Als er einsah mich nicht halten zu können, wollte er mit mir reisen. Er wollte auf mich aufpassen. Doch dann wäre ich kein Stückchen freier gewesen als zuvor. Dann wäre diese Reise nichtig und wertlos.“
Kaum hatte Joshua neuen Atem geschöpft, warf Natasha fragend ein: „Und was hast du getan?“ Joshua antwortet: „Ich war gezwungen eine List anzuwenden!“ Auf die Art und Weise wie Joshua diesen Satz aussprach hin erschrak Natasha. Er beschwichtigte sie jedoch sehr schnell und verdrängte ihre Gedanken von einem draufgängerischen, hinterhältigen Joshua und erklärte weiter: „Ich gab mich ihm geschlagen. Zumindest ließ ich ihn das glauben. Damit es auch glaubwürdig schien duellierte ich mich mit ihm. Das pflegten wir sehr oft zu tun. Es war mir meine liebste Beschäftigung am Hofe Jehannas, seine hingegen war eindeutig das Glücksspiel. Dafür hatte er eine große Schwäche. Oftmals wetteten wir vor unseren Kämpfen um es interessanter zu gestalten. So schlug ich ihm auch dieses mal eine Wette vor: Sollte ich gewinnen würde er mich ziehen lassen, im Gegenzug würde ich bleiben sollte er gewinnen. Er dachte nicht lange nach und ließ sich darauf ein. Also zogen wir unsere Schwerter und begaben uns in Kampfposition. Zuerst vollführte er zwei einfache Hiebe, die leicht zu parieren waren. Dann wich er gekonnt meinem Konter aus, indem er sich mit einer Drehung bückte. Dabei streckte er das Bein, um mich zu Fall zu bringen. Ich bemerkte das zwar, doch ließ ich mich dadurch dennoch zu Boden reißen.“ „Aber warum?!?“, schrie Natasha entsetzt auf. Darauf sprach Joshua ruhig: „Es war nie meine Absicht zu gewinnen. Mir war bei dieser Wette absolut klar, dass meine Chancen auf den Sieg nicht so gut standen. Garneff war älter und erfahrener mit dem Schwert als ich es war. Also verlor ich absichtlich. Triumphierend stand er also über mir mit gestreckter Klinge und blickte mich ernst an: ´Und so willst du alleine in dieser Welt zurecht kommen? Ich hoffe du kommst allmählich wieder zu Verstand!´ Er half mir auf und wir gingen zurück zum Schloss.
In dieser Nacht schlich ich mich weg. Kaum hatte ich mich von Garneff verabschiedet, begann ich das nötigste zu packen. Ein wenig Proviant, warme Kleidung für alle Fälle und natürlich meine treue Klinge. Und als die Nacht über die Wüste hereinbrach, schlich ich so leise ich nur konnte aus meinem Zimmer und durch die Flure, vorbei an zwei patrouillierenden Wachen und aus den Hallen Jehannas in die erbarmungslose Wüste. Mir war absolut klar, dass ich nur diese eine Nacht Vorsprung hatte ehe Garneff an meine Zimmertüre klopfen und feststellen würde, dass ich doch gegangen war, dass ich ihn verraten hatte. Als lief ich durch die Wüste, die ganze Nacht und den darauf folgenden Tag und dann noch eine Nacht. Ich wusste genau er würde mich finden, wenn ich es nicht so schnell wie möglich aus der Wüste schaffen würde. Also lief ich. Immer nur in eine Richtung, ohne Schlaf und ohne Reue.
Und ich schaffte es tatsächlich: Am zweiten Tage nach meiner Abreise verließ ich die Wüste und am dritten Tage erreichte ich die Grenzen Grados. Es war das Moorland, das auf mich wartete; unendlich dichte Sümpfe so weit man sah. Wie ein verlorenes Lamm irrte ich durch diese Sümpfe. Doch fand ich das gut. Es gab mir Sicherheit meinen Verfolger abgehängt zu haben. Etwa eine Woche später und etwa zwei Tage nachdem mir der Proviant ausging, gelang es mir schließlich Serafew zu erreichen.“ „Wirklich, die Stadt in der sich unsere Wege das erste mal kreuzten und sich unser Schicksal erfüllte? Wie lange vor meiner Ankunft war das?“, unterbrach sie ihn aufgeregt. „Nur mit der Ruhe, meine Liebe“, entgegnete Joshua und fuhr fort: „Kaum war ich dort, schon bedrohten mich Soldaten Grados. Ich war hungrig und ausgelaugt von den Strapazen meiner Reise. Auf keinen Fall wollte ich nun auch noch in einer Zelle landen. Also tat ich das einzig sinnvolle in dieser Situation. Ich ließ mich rekrutieren.“ Natasha die Erleuchtung findend: „Deshalb hast du also damals auf Grados Seite gestanden. Ich habe diese Frage schon so oft gestellt.“ „Ich hoffe, du verstehst, warum ich das tun musste“, brachte Joshua entgegen.
Dann setzte er wieder an: „Nun ja, ich war also einige Tage in ihren Diensten gestanden, jedoch habe ich deutlich mehr Zeit in der hiesigen Arena verbracht, um mein Budget ein wenig aufzustocken, du verstehst? Es kämpfte so ziemlich jeden Tag ein paar mal in der Arena für Geld“ „Aber ist das nicht wahnsinnig gefährlich? Ich dachte immer dies seien Kämpfe auf Leben und Tod.“ warf Natasha erschrocken ein. „So ist es auch“, erwiderte Joshua ehrlich, „der Kampf endet, wenn einer der Kämpfer sich ergibt oder stirbt. Mehr Regeln gibt es nicht. Allerdings versuchten sich zu dieser Zeit vorwiegend nur neue Rekruten Grados in der Arena. Allesamt Neulinge und absolute Anfänger. Ich hatte also leichtes Spiel. Bitte sorge dich nicht weiter.“ Daraufhin entgegnete Natasha lobend: „Ich weiß doch wie stark du bist, Liebster. Stärker als ganze Legionen Grados und Horden Untoter und Dämonen!“ Nach einem innigen und stärkenden Kuss sprach Joshua weiter: „So lebte ich einige Tage. Ich war nicht absolut zufrieden, aber es war definitiv um Längen besser als mein Leben zuvor. Ich bereute auch da noch nichts, jedoch dachte ich über Garneff nach: Ob er mir wohl sehr zornig war? Wie es ihm wohl erging?
Mit genau diesem Gedanken meldete ich mich in der Arena an. Es war ein sonniger Tag und ich fühlte mich gut in Form. Doch kaum stand ich in der Arena, verließen mich alle Geister. Ich dachte mir ´wie kann das sein? Versucht das Schicksal mit mir zu spielen?´“ „Was ..., was ist denn geschehen?“ fragte Natasha von der Spannung der Geschichte vollkommen mitgerissen. Joshua sagte erlösend: „Er war es, Garneff!!! Er hat mich gefunden! Und schlimmer noch: Er stand mir in der Arena gegenüber. Erst als mir das klar wurde bemerkte ich wieder die Schreie des Publikum. Ich hatte so viele Fragen. Mein Verstand setzte zeitweise aus. Und dann sagte er: ´Dachtest du denn wirklich, ich würde dich nicht finden?´ Ich war so starr vor Schreck, ich konnte nicht einmal antworten. Dann schrie er plötzlich ´Zieh´ und rannte mit gezückter Klinge auf mich zu. Mit voller Wucht prallte er auf meine Parade. In all den Jahren ist mir nie aufgefallen wieviel Kraft tatsächlich in ihm schlummerte. Doch in der Arena an diesem Tag, etwa einen Monat nach meiner Flucht, da wurde es mir klar. Nach diesem Schlag wich ich ein paar Schritte zurück und sprach zu ihm: ´Du hast mich tatsächlich gefunden. Gut, und weiter. Willst mich jetzt strafen, willst du mich umbringen, weil ich frei sein wollte?´ Ohne Antwort, aber mit einem Kampfschrei eines Löwens gleich stürmte er wieder auf mich zu und setzte mit einer enormen Präzision drei Hiebe, von denen ich die ersten beiden parieren konnte. Dem Dritten versuchte ich auszuweichen, jedoch gelang es mir nicht ganz dem Angriff zu entkommen und erlitt eine leichte Wunde am linken Arm. Es war nur ein Kratzer, aber dennoch pulsierte in meinen Adern das Blut, wie noch nie vorher. Er ließ mich bewusst ein wenig zur Ruhe kommen und sprach dann: ´Umbringen will ich dich nicht, aber ich werde dir beibringen, was der Schmerz des Kampfes bedeutet! Und dann wirst du wieder mit mir nach Jehanna zurückkehren.´ ´Nein das werde ich nicht!´, entgegnete ich, ´kannst du mich denn nicht verstehen Garneff?´ Daraufhin sprach er: ´Natürlich verstehe ich dich, aber hast du denn vergessen, wer du bist? Du bist ein Prinz Joshua. Du hast zu tun, was von dir erwartet wird!´ ´Ich werde NICHT wieder mit dir gehen!!!´, schrie ich wütend zu ihm und griff ihn an, indem ich einen Schlag von rechts antäuschte und von links schlug. Jedoch schien es ihm keine Mühe zu bereiten diesem Manöver auszuweichen. So als hätte er genau gewusst, was ich vorhatte. Das Publikum tobte auf den Rängen. ´Du willst also weiterhin an deiner „Freiheit“ festhalten, nicht wahr?´, sagte Garneff, ´dann mache ich dir einen Vorschlag. Lass uns ein letztes mal wetten: Wenn ich gewinne kommst du ohne ein weiteres Wort mit mir zurück nach Jehanna, trittst vor die Königin und bittest um Vergebung.´ ´Und wenn ich gewinne?´, warf ich ein. ´Dann sollst du frei sein! Aber dafür musst du erst das Leben aus meinen Adern fließen lassen. Kannst du das?´ Rief er zu mir, während er erneut angriff. Diese Augenblicke, wenige Sekunden seines Anlaufes vergingen für mich wie eine Ewigkeit. Eine Ewigkeit in der ich seiner Worte erst wirklich gewahr wurde. In der ich darüber nachdachte, ob ich wirklich bereit war sein Leben für meine Überzeugung auszuhauchen.
Seine Klinge prallte wieder voller Wucht auf die meine, gleich in einer Salve von fünf Schlägen. Ich sah die Wut und Überzeugung in seinen Augen lodern, als sich unsere Schwerter an der Scheide trafen und sich unsere Kräfte maßen. ´Was ist los mit dir? Kämpfe für das, was du für richtig hältst! Das ist es nämlich, was ich dir beigebracht habe. Kämpfe sonst stirbst du in dieser Welt!´ Mit diesem Satz stieß er mich fort. Ich geriet ein wenig ins Straucheln, doch konnte ich es vermeiden zu stolpern und zu fallen. Er sprach daraufhin spöttisch: ´Hätte ich gewusst, dass ich so einen Angsthasen zum Kampf ausbilde, hätte ich mir die Mühe auch gleich sparen können.´ Nach dem ich das aus seinem Munde hörte vergaß ich. Ich vergaß alles: die Arena, meine Situation, meine Herkunft. Aber am wichtigsten war, dass ich uns vergaß. Ich vergaß, was mir seine Freundschaft bedeutete. Ich war so von Zorn erfüllt, dass ich ihn umbringen wollte. Also machte ich mich zum Angriff bereit, so auch er es tat. Mit Angst erfüllenden Schreien liefen wir aufeinander zu wollens des Todes des Anderen. Und dann...“ Joshua musste seinen Satz unterbrechen, weil Natasha durch die Bewegung seines Armes erschrak. Dann machte er eine kurze Pause in der erst merkte wie sehr er sich in die Geschichte vertieft hatte. „Bitte ..., bitte erzähl mir diese Geschichte zu Ende. Was ist passiert?“, bat Natasha ihn. Also setzte Joshua ein letztes mal an: “Alles was ich spürte war betäubender Schmerz. Ich brauchte einen Moment, um zu realisieren, was gerade geschehen war. Ich fand mich wieder inmitten der Arena, umringt von grölenden Zuschauern, gelehnt an Garneffs Schulter. Ich sah eine Klinge an der Bluttropfen hinabflossen, und ich merkte es war meine Klinge die ich sah, wie sie Garneff durchbohrt hatte. Als ich vor Schreck zurücksprang fiel er unter seinem Gewicht zusammen. Wir hatten uns in diesem letzten, finalen Angriff beide getroffen. Jedoch war nur seine Wunde tödlich. Als mir dies klar wurde, beugte ich mich über ihn und sprach ein letztes mal zu ihm: ´Was habe ich nur getan? Was habe ich nur getan? Bruder, bitte vergib mir.´ Mit seinen letzten Atemzügen antwortete er mir etwas, das nie mehr vergessen werde, solange ich lebe. Er sagte: ´Lebe Bruder ... lebe und ... sei ... frei!´“
|
|
03.09.2008 21:07
|
|
|